SPRÜCHEVERSUM

Weihnachtsgedichte.

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WeihnachtsgedichteNº 064

Ein Augenblick im Meer der Zeiten, in dem die stillen Stimmen tönen, die sonst der Tag verdeckt mit seinem lauten Schrei’n. Der Augenblick, in dem die Kerzen brennen, die heiligen Kerzen, die der Liebe leuchten, da jedes Herz es ahnt, was Friede sei. In dieser Stille zwischen heut und morgen, in dieser Handvoll weniger Minuten, besinnt der Mensch sich auf sein tiefstes Glück, lauscht auf die leise Melodie der Liebe – und geht dann neu zu seinem Tag zurück.

Lang · Nachdenklich
WeihnachtsgedichteNº 065

Das Christkind aber möge Euch bringen die Schönsten von allen wunderbaren Dingen, und was Ihr nur immer träumt, wünscht oder dachtet, dass Ihr es wohl gerne haben möchtet.

Mittel · Herzlich
WeihnachtsgedichteNº 066

Hörst auch du die leisen Stimmen aus den bunten Kerzlein dringen? Die vergeßenen Gebete aus den Tannenzweiglein singen? Hörst auch du das schüchternfrohe, helle Kinderlachen klingen? Schaust auch du den stillen Engel mit den reinen, weißen Schwingen?... Schaust auch du dich selber wieder fern und fremd nur wie im Traume? Grüßt auch dich mit Märchenaugen deine Kindheit aus dem Baume?...

Lang · Nachdenklich
WeihnachtsgedichteNº 067

Nächtliche Stille! Heilige Fülle, Wie von göttlichem Segen schwer, Säuselt aus ewiger Ferne daher. Was da lebte, Was auf engem Kreise Auf in's Weit'ste strebte, Sanft und leise Sank es in sich selbst zurück Und quillt auf in unbewusstem Glück. Und von allen Sternen nieder Strömt ein wunderbarer Segen, Dass die müden Kräfte wieder Sich in neuer Frische regen, Und aus seinen Finsternissen Tritt der Herr, so weit er kann, Und die Fäden, die zerrissen, Knüpft er alle wieder an.

Lang · Feierlich
WeihnachtsgedichteNº 068

Die Blumen sind verblüht im Tal, die Vöglein heimgezogen; Der Himmel schwebt so grau und fahl, es brausen kalte Wogen. Und doch nicht Leid im Herzen brennt: Es ist Advent! Es zieht ein Hoffen durch die Welt, ein starkes, frohes Hoffen; das schließet auf der Armen Zelt und macht Paläste offen; das kleinste Kind die Ursach kennt: Es ist Advent! Advent, Advent, du Lerchensang von Weihnachtsfrühlingstunde! Advent, Advent, du Glockenklang vom neuen Gnadenbunde! Du Morgenstrahl von Gott gesandt! Es ist Advent!

Lang · Feierlich
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WeihnachtsgedichteNº 069

Weihnachten ist kein Zeitpunkt und keine Jahreszeit, sondern eine Gefühlslage. Frieden und Wohlwollen in seinem Herzen zu halten, freigiebig mit Barmherzigkeit zu sein, das heißt, den wahren Geist von Weihnachten in sich zu tragen.

Mittel · Nachdenklich
WeihnachtsgedichteNº 070

Die bunten Kerzen flimmern am grünen Weihnachtsbaum, das ist ein Glitzern, Schimmern, wie holder Märchentraum! Lass deine Blicke schweifen zum Tisch, von Gaben schwer, Du darfst nach allem greifen, was immer dein Begehr!

Mittel · Heiter
WeihnachtsgedichteNº 071

Wo die Zweige am dichtesten hangen, die Wege am tiefsten verschneit, da ist um die Dämmerzeit im Walde das Christkind gegangen. Es mußte sich wacker plagen, denn einen riesigen Sack hat's meilenweit huckepack auf den schmächtigen Schultern getragen. Zwei spielende Häschen saßen geduckt am schneeigen Rain. Die traf solch blendender Schein, daß sie das Spielen vergaßen. Doch das Eichhorn hob schnuppernd die Ohren und suchte die halbe Nacht, ob das Christkind von all seiner Pracht nicht ein einziges Nüßchen verloren.

Lang · Heiter
WeihnachtsgedichteNº 072

Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind. Kehrt mit seinem Segen ein in jedes Haus, geht auf allen Wegen mit uns ein und aus. Steht auch mir zur Seite still und unerkannt, dass es treu mich leite an der lieben Hand.

Lang · Herzlich
WeihnachtsgedichteNº 073

Unendlich Blau. Geweihte Nacht. Und immer fällt der Schnee In zarten Sternen. Deckt die weite Erde sacht. Heilige Nacht ... Durchglüht vom Leidensblut Des lieben Herrn. Wir pilgern noch im Dunkel. Doch wir sehen seinen Stern.

Mittel · Feierlich
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WeihnachtsgedichteNº 074

Die heiligen Drei Könige aus dem Morgenland, sie frugen in jedem Städtchen: “Wo geht der Weg nach Bethlehem, ihr lieben Buben und Mädchen?” Die Jungen und Alten, sie wussten es nicht, die Könige zogen weiter, sie folgten einem goldenen Stern, der leuchtete lieblich und heiter. Der Stern bleibt stehn über Josefs Haus, da sind sie hineingegangen; das Öchslein brüllt, das Kindlein schrie, die heiligen Drei Könige sangen.

Lang · Feierlich
WeihnachtsgedichteNº 075

Für euch, o Kinder, blüht das Fest der Feste, was bringt’s wohl diesmal? Welch ein Meer von Licht? Könnt ihr’s erwarten? Wisst, das Allerbeste, das habt ihr schon. Das ist’s: ihr wisst’s noch nicht. Was wir zum Spiel, was wir zum Ernst euch geben, als reine Freude gebt ihr’s uns zurück. Das ist das Beste, dass es eurem Leben noch Wahrheit ist und ungetrübtes Glück. Noch goldne Früchte trägt an seinen Zweigen für euch der Tannbaum, der im Wintergraun und einsam steht im Wald mit ernstem Schweigen, auf den die goldnen Sterne niederschaun. Ein ganzes Jahr mit vielen, vielen Tagen erglänzt an dieses Tages Widerschein. Mög’ jeder Ernst euch goldne Früchte tragen und jedes Spiel euch lehren, froh zu sein.

Lang · Herzlich
WeihnachtsgedichteNº 076

Mir klingt ein Lied in Ohren aus uralt heil’ger Nacht: Ein Kindlein ward geboren, das hat uns Heil gebracht! Trüb durch den Nebel flimmern die Sterne allzumal – doch hell und heller schimmern die Lichter drin im Saal. Da quillt und wogt entgegen – – wenn silbern die Glocke ruft – wie aus des Wald’s Gehegen lebendig warmer Duft. Da grünt zu holdem Troste des Lebens Unterpfand – ob auch im Todesfroste erstarrt das ganze Land. Da wandelt ein Beglücken von Hand zu Hand, da sprüht ein strahlendes Entzücken im Auge und Gemüt! Ja! dem Beglückungstriebe, o schöne Weihnachtszeit, hat dich die ew’ge Liebe zu allererst geweiht! Mir klingt ein Lied in Ohren uralter Zaubermacht: Es ward das Licht geboren! Es schwand die längste Nacht!

Lang · Feierlich
WeihnachtsgedichteNº 077

O Weihnacht! Weihnacht! Höchste Feier! Wir fassen ihre Wonne nicht. Sie hüllt in ihre Heil'gen Schleier das seligste Geheimnis dicht.

Mittel · Feierlich
WeihnachtsgedichteNº 078

Weihnachten wird es für die Welt! Mir aber – ist mein Lenz bestellt, mir ging in solcher Jahresnacht einst leuchtend auf der Liebe Pracht! Und an der Kindheit Weihnachtsbaum stand Englein gleich der erste Traum! Und aus dem eiskrystall’nen Schoß rang sich die erste Blüte los – seitdem schau’ ich nun jedes Jahr nicht was noch ist – nur was einst war!

Lang · Nachdenklich
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WeihnachtsgedichteNº 079

Zeit der Weihnacht, immer wieder rührst du an mein altes Herz, führst es fromm zurück in sein früh’stes Glück, kinderheimatwärts. Sterne leuchten über Städte, über Dörfer rings im Land. Heilig still und weiß liegt die Welt im Kreis unter Gottes Hand. Kinder singen vor den Türen: “Stille Nacht, heilige Nacht!” Durch die Scheiben bricht hell ein Strom von Licht, aller Glanz erwacht. Und von Turm zu Turm ein Grüßen, und von Herz zu Herz ein Sinn, und die Liebe hält aller Welt ihre beiden Hände hin.

Lang · Herzlich
WeihnachtsgedichteNº 080

Leise weht's durch alle Lande wie ein Gruß vom Sternenzelt, schlinget neue Liebesbande um die ganze weite Welt. Jedes Herz mit starkem Triebe ist zu Opfern froh bereit, denn es naht das Fest der Liebe, denn es naht die Weihnachtszeit. Und schon hat mit tausend Sternen sich des Himmels Glanz entfacht, leise tönt aus Himmelsfernen Weihgesang der heil'gen Nacht. Hell aus jedem Fenster strahlet wundersam des Christbaums Licht, und der Freude Schimmer malet sich auf jedem Angesicht. Lichte Himmelsboten schweben ungeseh'n von Haus zu Haus; selig Nehmen, selig Geben geht von ihrer Mitte aus. O willkommen, Weihnachtsabend, allen Menschen, groß und klein! Friedebringend, froh und labend mögst du allen Herzen sein!

Lang · Feierlich
WeihnachtsgedichteNº 081

Wie schön geschmückt der festliche Raum! Die Lichter funkeln am Weihnachtsbaum! O fröhliche Zeit! O seliger Traum! Die Mutter sitzt in der Kinder Kreis; nun schweiget alles auf ihr Geheiß: sie singet des Christkinds Lob und Preis. Und rings, vom Weihnachtsbaum erhellt, ist schön in Bildern aufgestellt des heiligen Buches Palmenwelt. Die Kinder schauen der Bilder Pracht, und haben wohl des Singens acht, das tönt so süß in der Weihenacht! O glücklicher Kreis im festlichen Raum! O goldne Lichter am Weihnachtsbaum! O fröhliche Zeit! O seliger Traum!

Lang · Herzlich
WeihnachtsgedichteNº 082

Ich hab’ in den Weihnachtstagen ich weiß auch warum – mir selbst einen Christbaum geschlagen, der ist ganz verkrüppelt und krumm. Ich bohrte ein Loch in die Diele und steckte ihn da hinein, und stellte rings um ihn viele Flaschen Burgunderwein. Und zierte, um Baumschmuck und Lichter zu sparen, ihn abends noch spät mit Löffeln, Gabeln und Trichter und anderem blanken Gerät. Ich kochte zur heiligen Stunde mir Erbsensuppe mit Speck, und gab meinem fröhlichen Hunde Gulasch und litt seinen Dreck. Und sang aus burgunderner Kehle das Pfannenflickerlied. Und pries mit bewundernder Seele alles das, was ich mied. Es glimmte petroleumbetrunken später der Lampendocht. Ich saß in Gedanken versunken. da hat’s an die Türe gepocht, Und pochte wieder und wieder. Es konnte das Christkind sein. Und klang’s nicht wie Weihnachtslieder! Ich aber rief nicht: “Herein!” Ich zog mich aus und ging leise zu Bett, ohne Angst, ohne Spott, und dankte auf krumme Weise lallend dem lieben Gott.

Lang · Frech
WeihnachtsgedichteNº 083

Ich werde Weihnachten in meinem Herzen ehren und versuchen, es das ganze Jahr hindurch aufzuheben.

Kurz · Herzlich
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WeihnachtsgedichteNº 084

Von Osten strahlt ein Stern herein mit wunderbarem hellem Schein, es naht, es naht ein himmlisches Licht, das sich in tausend Strahlen bricht! Ihr Sternlein auf dem dunklen Blau, die all ihr schmückt des Himmels Bau zieht euch zurück vor diesem Schein. Ihr werdet alle winzig klein! Verbergt euch, Sonnenlicht und Mond, die ihr so stolz am Himmel thront! Er naht, er naht sich von fern – von Osten her – der Weihnachtsstern.

Lang · Feierlich