Welch Geheimnis ist ein Kind! Gott ist auch ein Kind gewesen. Weil wir Kinder Gottes sind, kam ein Kind, uns zu erlösen. Welch Geheimnis ist ein Kind! Wer dies einmal je empfunden, ist den Kindern überall durch das Jesuskind verbunden.
Weihnachtsgedichte.
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Und wenn auch nichts mehr auf Erden wär Und alles freude- und liebeleer: Es blieben die Sterne in dunkler Nacht, Es blieben die Berge in weißer Pracht, Es blieb' der selige Kindertraum Vom Gabentisch und vom Tannenbaum, Es blieb' Weihnachten! Wollen alle in Demut trachten, Vor dem schlummernden Jesulein Stille Kinder der Not zu sein.
Welch lustiger Wald um das hohe Schloß hat sich zusammengefunden, Ein grünes bewegliches Nadelgehölz, Von keiner Wurzel gebunden! Anstatt der warmen Sonne scheint Das Rauschgold durch die Wipfel; Hier backt man Kuchen, dort brät man Wurst, Das Räuchlein zieht um die Gipfel. Es ist ein fröhliches Leben im Wald, Das Volk erfüllet die Räume; Die nie mit Tränen ein Reis gepflanzt, Die fällen am frohsten die Bäume. Der eine kauft ein bescheidnes Gewächs Zu überreichen Geschenken, Der andre einen gewaltigen Strauch, Drei Nüsse daran zu henken. Dort feilscht um ein winziges Kieferlein Ein Weib mit scharfen Waffen; Der dünne Silberling soll zugleich Den Baum und die Früchte verschaffen. Mit rosiger Nase schleppt der Lakai Die schwere Tanne von hinnen; Das Zöfchen trägt ein Leiterchen nach, Zu ersteigen die grünen Zinnen. Und kommt die Nacht, so singt der Wald Und wiegt sich im Gaslichtscheine; Bang führt die ärmste Mutter ihr Kind Vorüber am Zauberhaine. Einst sah ich einen Weihnachtsbaum: Im düsteren Bergesbanne Stand reifbezuckert auf dem Grat die alte Wettertanne. Und zwischen den Ästen waren schön Die Sterne aufgegangen; Am untersten Ast sah man entsetzt Die alte Wendel hangen. Hell schien der Mond ihr ins Gesicht, Das festlich still verkläret; Weil auf der Welt sie nichts besaß, Hatt' sie sich selbst bescheret.
Sehet, was hat Gott gegeben: seinen Sohn zum ew'gen Leben. Dieser kann und will uns heben aus dem Leid in Himmels Freud.
Länger fallen schon die Schatten, durch die kühle Abendluft, waldwärts über stille Matten schreitet Joseph von der Kluft. Führt den Esel treu am Zügel; linde Lüfte fächeln kaum, ’sind der Engel eise Flügel, die das Kindlein sieht im Traum. Und Maria schauet nieder auf das Kind voll Lust und Leid, singt im Herzen Wiegenlieder in der stillen Einsamkeit. Die Johanneswürmchen kreisen, emsig leuchtend übern Weg, wollen der Mutter Gottes weisen durch die Wildnis jeden Steg. Und durchs Gras geht süßes Schaudern, streift es ihres Mantels Saum; Bächlein auch läßt jetzt sein Plaudern, und die Wälder flüstern kaum, daß sie nicht die Flucht verraten. Und das Kindlein hob die Hand, da sie ihm so Liebes taten, segnete das stille Land, daß die Erd’ mit Blumen, Bäumen fernerhin in Ewigkeit nächtlich muß vom Himmel träumen - o gebenedeite Zeit!
Morgen, Kinder, wird's was geben, Morgen werden wir uns freun...
Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll, der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus. Weihnachten war’s, durch alle Gassen scholl der Kinder Jubel und des Markts Gebraus. Und wie der Menschenstrom mich fortgespült, drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr: „Kauft, lieber Herr!“ Ein magres Händchen hielt feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor. Ich schrak empor, und beim Laternenschein sah ich ein blasses Kinderangesicht; wes Alters und Geschlechts es mochte sein, erkannt ich im Vorübergehen nicht. Nur von dem Treppenstein, darauf es saß, noch immer hört ich, mühsam, wie es schien: „Kauft, lieber Herr!“ den Ruf ohn Unterlaß; doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn. Und ich? War’s Ungeschick, war es die Scham, am Weg zu handeln mit dem Bettelkind? Eh’ meine Hand zu meiner Börse kam, verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind. Doch als ich endlich war mit mir allein, erfaßte mich die Angst im Herzen so, als säß’ mein eigen Kind auf jenem Stein und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.
Es wird Weihnachten! Mein ganzes Haus riecht schon nach braunem Kuchen- versteht sich nach Mutters Rezept-, und ich sitze sozusagen schon seit Wochen im Scheine des Tannenbaums. Ja, wie ich den Nagel meines Daumens besehe, so ist auch der schon halbwegvergoldet.
Ein Bettelkind schleicht durch die Gassen - der Markt läßt seine Wunder sehn: Lichtbäumchen, Spielzeug, bunte Massen. Das Kind blieb traumverhalten stehn. Aufseufzt die Brust, die leidgepreßte, die Wimpern sinken tränenschwer. Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste - ich weiß kein Leid, das tiefer wär. Im Prunksaal gleißt beim Kerzenscheine der Gaben köstliches Gemisch, und eine reichgeputzte Kleine streicht gähnend um den Weihnachtstisch. Das Schönste hat sie längst, das Beste, ihr Herz ist satt und wünscht nichts mehr. Ein freudlos Kind am Weihnachtsfeste – ich weiß kein Leid, das tiefer wär. Doch gälts in Wahrheit zu entscheiden, wer des Erbarmens Preis verdient – ich sprach: Das ärmste von euch beiden bist du, du armes reiches Kind!
O du fröhliche, O du selige, Gnadenbringende Weihnachtszeit!
Geboren ward zu Bethlehem ein Kindlein aus dem Stamme Sem. Und ist es auch schon lange her, seit's in der Krippe lag, so freun sich doch die Menschen sehr bis auf den heutigen Tag. Minister und Agrarier Bourgeois und Proletarier – es feiert jeder Arier zu gleicher Zeit und überall die Christgeburt im Rindviehstall.
Komm, o mein Heiland Jesus Christ, meins Herzens Tür dir offen ist.
So ward der Herr Jesus geboren Im Stall bei der kalten Nacht. Die Armen, die haben gefroren, Den Reichen ward's warm gemacht. Sein Vater ist Schreiner gewesen, Die Mutter war eine Magd. Sie haben kein Geld nicht besessen, Sie haben sich wohl geplagt. Kein Wirt hat ins Haus sie genommen: Sie waren von Herzen froh, Daß sie noch in Stall sind gekommen. Sie legten das Kind auf Stroh. Die Engel, die haben gesungen, daß wohl ein Wunder gescheh'n. Da kamen die Hirten gesprungen Und haben es angeseh'n. Die Hirten, die will es erbarmen, Wie elend das Kindlein sei. Es ist eine G'schicht' für die Armen, Kein Reicher war nicht dabei.
Weihnacht war es auf tosender See. Haushohe Wellen an Luv und an Lee. Am Ruder stand Jürgens Claus; Sah bald auf den Kompaß und bald voraus. Die eisernen Speichen lenkte er fest Und führte verwegen Durch Sturm und Regen Das ächzende Schiff nach West-Nord-West. Wuchtige Seen mit schäumender Gischt Fegten das Deck, Doch er wich nicht vom Fleck, Er rührte sich nicht, Ob auch vom Südwester übers Gesicht, Ob von der Stirn in den struppigen Bart Das salzige, eisige Wasser ihm rann. - So etwas bleibt keinem Seemann erspart. Jürgens Claus stand seinen Mann. -- West-Nord-West lag an. Und er sah auf den Kompaß, vom Wetter umtost, Wehrte behende dem tückischen Schwanken Der kleinen Nadel. Doch in Gedanken Flog er gen Ost-Süd-Ost; Flog in ein fernes Fischerhaus. Dort war er daheim, Jürgens Claus. Es war ein armer, Doch traulich warmer Und freundlicher Raum. Die Kuckucksuhr war eben verklungen. Still malte der Feuerschein an den Wänden. Im Lehnstuhl unter dem Weihnachtsbaum Saß Mutter und hielt wie im Traum In ihren alten, zitternden Händen Den letzten Brief von ihrem Jungen. - Er wußte, er war ja ihr einziges Glück. -- 'Was ist der Kurs?' erklang es von oben. 'Recht West-Nord-West!' gab Claus zurück. Die eisernen Speichen lenkte er fest Und führte voll Kraft und kühnem Mut Das ächzende Schiff gen West-Nord-West. Claus Jürgens stand seinen Mann. War es wohl salzige Meeresflut, Was heiß ihm über die Wangen rann?
Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit; das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit, und dieses Welt- und Himmelslicht weicht hunderttausend Sonnen nicht.
O Heiliger Abend mit Sternen besät, wie lieblich und labend dein Hauch mich umweht! Vom Kindergetümmel, vom Lichtergewimmel aufschau ich gen Himmel in leisem Gebet.
Jedes Mal, wenn zwei Menschen einander verzeihen, ist Weihnachten. Jedes Mal, wenn ihr Verständnis zeigt für eure Kinder, ist Weihnachten. Jedes Mal, wenn ihr einem Menschen helft, ist Weihnachten. Jedes Mal, wenn jemand beschließt, ehrlich zu leben, ist Weihnachten Jedes Mal, wenn ein Kind geboren wird, ist Weihnachten. Jedes Mal, wenn du versuchst, deinem Leben einen neuen Sinn zu geben, ist Weihnachten. Jedes Mal, wenn ihr einander anseht, mit den Augen des Herzens, mit einem Lächeln auf den Lippen, ist Weihnachten. Denn es ist geboren die Liebe. Denn es ist geboren der Friede. Denn es ist geboren die Gerechtigkeit. Denn es ist geboren die Hoffnung. Denn es ist geboren die Freude. Denn es ist geboren Christus, der Herr.
Maria war zu Bethlehem, Wo sie sich schätzen lassen wollte; Da kam die Zeit, daß sie gebären sollte; Und sie gebar ihn – Und als sie ihn geboren hatte und sah den Knaben nackt und bloß; Fühlt sie sich selig, fühlt sich groß, und nahm voll Demut ihn auf ihren Schoß Und freuet sich in ihrem Herzen fein, berührt den Knaben zart und klein Mit Zittern und mit Benedei'n, und wickelt ihn in Windeln ein… Und bettete ihn sanft in eine Krippe hin. Sonst war kein Raum für ihn. Vor Gott gehts göttlich her, und nicht nach Stand und Würden. Herodem läßt er leer, mit seinem ganzen Heer; Und Hirten auf dem Felde bei den Hürden Erwählet er. Sie saßen da und hüteten im Dunkeln ihre Herde, mit unbefangnen, frommen Sinn; Da stand vor ihnen an der Erde, Ein Engel Gottes… und trat zu ihnen hin, und sie umleuchtete des Herren Klarheit, und er sagte ihnen die Wahrheit. Und eilend auf sie standen, Gen Bethlehem zu gehn, und kamen hin und fanden, Ohn' weiteres zu verstehn. Maria und Joseph beide. Und in der Krippe lag zu ihrer großen Freude, in seinem Windelkleide, auf Grummet von der Weide, der Knabe wunderschön. Die Väter hoffeten auf ihn mit Tränen und mit Flehn, und sehnten sich, den Tag des Herrn zu sehn, und sahn ihn nicht. Was Gott bereitete, und von der Welt her heimlich und verborgen war, ward in der Zeiten Fülle offenbar. Die Weisen fielen vor ihm nieder, und gaben ihre Schätze gern, Und gaben Weihrauch, Gold und Myrrhen. Sie sahen seinen Stern, und kannten ihren Heiland, ihren Herrn, und ließen sich das Heu und Stroh nicht irren. Dem Menschen dünkt es wunderbar, und mag es nicht verstehn; doch ist's wahrhaftig wahr! und selig sind die Augen die ihn sehn.
Vom Himmel hoch, da komm ich her. Ich bring euch gute neue Mär, Der guten Mär bring ich so viel, Davon ich singen und sagen will: Euch ist ein Kindlein heut geborn Von einer Jungfrau auserkorn, Ein Kindelein, so zart und fein, Das soll eur Freud und Wonne sein. Es ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führn aus aller Not, Er will eur Heiland selber sein, Von allen Sünden machen rein. Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nun und ewiglich. So merket nun das Zeichen recht: Die Krippe, Windelein so schlecht, Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt. Des laßt uns alle frölich sein Und mit den Hirten gehn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat beschert, Mit seinem lieben Sohn verehrt. Merk auf, mein Herz, und sieh dorthin! Was liegt dort in dem Krippelein? Wes ist das schöne Kindelin? Es ist das liebe Jesulin. Sei mir willkomm du edler Gast! Den Sünder nicht verschmähet hast Und kömmst ins Elend her zu mir, Wie soll ich immer danken dir? Ach, Herr, du Schöpfer aller Ding, Wie bist du worden so gering, Daß du da liegst auf dürrem Gras, Davon ein Rind und Esel aß! Und wär die Welt vielmal so weit, Von Edelstein und Gold bereit, So wär sie doch dir viel zu klein, Zu sein ein enges Wiegelein. Der Sammet und die Seide dein, Das ist grob Heu und Windelein, Darauf du König groß und reich Herprangst, als wärs dein Himmelreich. Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir: Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut Vor dir nichts gilt, nichts hilft noch tut. Ach, mein herzliebes Jesulein, Mach dir ein rein, sanft Bettelein, Zu ruhen in meins Herzens Schrein, Das ich nimmer vergesse dein. Davon ich allzeit fröhlich sei, Zu springen, singen immer frei Das rechte Susaninne schon, Mit Herzenslust den süßen Ton. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen einzigen Sohn. Des freuen sich der Engel Schar Und singen uns solchs neues Jahr.
Ein Fest naht, ein Fest wie kein anderes. Für alle, die guten Willens sind. Ein Fest, dessen geist die Welt umspannt und über Berge und Täler die Botschaft verkündet: Christ ist geboren.
Da die Hirten ihre Herde Ließen und des Engels Worte Trugen durch die niedre Pforte Zu der Mutter und dem Kind, Fuhr das himmlische Gesind Fort im Sternenraum zu singen, Fuhr der Himmel fort zu klingen: "Friede, Friede! auf der Erde!" Seit die Engel so geraten, O wie viele blutge Taten Hat der Streit auf wildem Pferde, Der geharnischte, vollbracht! In wie mancher heil'gen Nacht Sang der Chor der Geister zagend, Dringlich flehend, leis verklagend: "Friede, Friede...auf der Erde!" Doch es ist ein ew'ger Glaube, Daß der Schwache nicht zum Raube Jeder frechen Mordgebärde Werde fallen allezeit: Etwas wie Gerechtigkeit Webt und wirkt in Mord und Grauen, Und ein Reich will sich erbauen, Das den Frieden sucht der Erde. Mählich wird es sich gestalten, Seines heil'gen Amtes walten, Waffen schmieden ohne Fährde, Flammenschwerter für das Recht, Und ein königlich Geschlecht Wird erblühn mit starken Söhnen, Dessen helle Tuben dröhnen: Friede, Friede auf der Erde!