SPRÜCHEVERSUM

Weihnachtsgedichte.

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WeihnachtsgedichteNº 022

O Winterwaldnacht, stumm und her, mit deinen eisumglänzten Zweigen, lautlos und pfadlos, schneelastschwer,- wie ist das groß, dein stolzes Schweigen! Es blinkt der Vollmond klar und kalt; in tausend funkelharten Ketten sind festgeschmiedet Berg und Wald, nichts kann von diesem Baum erretten. Der Vogel fällt, das Wild bricht ein, der Quell erstarrt, die Fichten beben; so ringt den großen Kampf ums Sein ein tausendfaches banges Leben. Doch in den Dörfern traut und sacht, da läuten heut` zur Welt hinieden die Weihnachtsglocken durch die Nacht ihr Wunderlied - vom ew`gen Frieden.

Lang · Feierlich
WeihnachtsgedichteNº 023

Morgen kommt der Weihnachtsmann, Kommt mit seinen Gaben. Trommel, Pfeife und Gewehr, Fahn und Säbel und noch mehr, Ja ein ganzes Kriegesheer, Möcht' ich gerne haben. Bring' uns, lieber Weihnachtsmann, Bring' auch morgen, bringe, Musketier und Grenadier, Zottelbär und Panthertier, Ross und Esel, Schaf und Stier, Lauter schöne Dinge. Doch du weißt ja unsern Wunsch, Kennest unsere Herzen. Kinder, Vater und Mama, Auch sogar der Großpapa, Alle, alle sind wir da, Warten dein mit Schmerzen.

Lang · Heiter
WeihnachtsgedichteNº 024

Der Winter ist gekommen Und hat hinweg genommen Der Erde grünes Kleid. Schnee liegt auf Blütenkeimen, Kein Blatt ist an den Bäumen, Erstarrt die Flüsse weit und breit. Da schallen plötzlich Klänge Und frohe Festgesänge Hell durch die Winternacht. In Hütten und Palästen Ist rings in grünen Ästen Ein bunter Frühling aufgewacht. Wie gern doch seh ich glänzen Mit all den reichen Kränzen Den grünen Weihnachtsbaum; Dazu der Kindlein Mienen, Von Licht und Lust beschienen; Wohl schön're Freude gibt es kaum!

Lang · Heiter
WeihnachtsgedichteNº 025

Zwar ist das Jahr an Festen reich, Doch ist kein Fest dem Feste gleich, Worauf wir Kinder Jahr aus Jahr ein Stets harren in süßer Lust und Pein. O schöne, herrliche Weihnachtszeit, Was bringst du Lust und Fröhlichkeit! Wenn der heilige Christ in jedem Haus Teilt seine lieben Gaben aus. Und ist das Häuschen noch so klein, So kommt der heilige Christ hinein, Und Alle sind ihm lieb wie die Seinen, Die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen. Der heilige Christ an Alle denkt, Ein Jedes wird von ihm beschenkt. Drum lasst uns freu'n und dankbar sein! Er denkt auch unser, mein und dein.

Lang · Herzlich
WeihnachtsgedichteNº 026

Prangst du, schöner Weihnachtsbaum, Meiner Kindheit goldner Traum? Strahlst du, süßes Himmelslicht, Das die Heidenwelt durchbricht? Bist du, Sehnsucht aller Frommen, Heut zur Welt herabgekommen? Ja, es kam ein Kindlein klein, Dass wir sollten selig sein: Denn aus diesem Kindlein klein Glänzte heller Gottesschein, Engel klangen Jubellieder Auf die dunkle Erde nieder. Herrlich ging der Morgenstern Alles Lichtes auf vom Herrn. Über alle Welten weit Jauchzt und klingt und singt es heut Hell aus Millionen Seelen, Was die Engel sich erzählen. Schau’ mein Herz, schau fromm und still Was der Baum dir sagen will: Dass der süsse Jesus Christ Heut zu uns gekommen ist, Dass, dem alle Engel dienen, Als dein Bruder ist erschienen. Bete, schaue fromm und still, Was der Baum dir sagen will: Hell wie dieses Tages Schein, Hoch und hell und klar und rein Soll der Christen fröhlich Leben Von der Erd’ zum Himmel schweben.

Lang · Feierlich
WeihnachtsgedichteNº 027

Die Nacht vor dem heiligen Abend, da liegen die Kinder im Traum; sie träumen von schönen Sachen und von dem Weihnachtsbaum. Und während sie schlafen und träumen, wird es am Himmel klar, und durch den Himmel fliegen drei Engel wunderbar. Sie tragen ein holdes Kindlein, das ist der Heil’ge Christ; es ist so fromm und freundlich, wie keins auf Erden ist. Und wie es durch den Himmel still über die Häuser fliegt, schaut es in jedes Bettchen, wo nur ein Kindlein liegt, und freut sich über alle, die fromm und freundlich sind; denn solche liebt von Herzen das liebe Himmelskind. Wird sie auch reich bedenken mit Lust aufs allerbest’ und wird sie schön beschenken zum lieben Weihnachtsfest. Heut schlafen noch die Kinder und sehn es nur im Traum, doch morgen tanzen und springen sie um den Weihnachtsbaum.

Lang · Herzlich
WeihnachtsgedichteNº 028

Christkind kam in den Winterwald, der Schnee war weiß, der Schnee war kalt. Doch als das heil'ge Kind erschien, fing's an, im Winterwald zu blühn. Christkindlein trat zum Apfelbaum, erweckt ihn aus dem Wintertraum. "Schenk Äpfel süß, schenk Äpfel zart, schenk Äpfel mir von aller Art!" Der Apfelbaum, er rüttelt sich, der Apfelbaum, er schüttelt sich. Da regnet's Äpfel ringsumher; Christkindlein's Taschen wurden schwer. Die süßen Früchte alle nahm's, und so zu den Menschen kam's. Nun, holde Mäulchen, kommt, verzehrt, was euch Christkindlein hat beschert!

Lang · Heiter
WeihnachtsgedichteNº 029

Bäume leuchtend, Bäume blendend, Überall das Süße spendend. In dem Glanze sich bewegend, Alt und junges Herz erregend – Solch ein Fest ist uns bescheret. Mancher Gaben Schmuck verehret; Staunend schaun wir auf und nieder, Hin und Her und immer wieder. Aber, Fürst, wenn dir's begegnet Und ein Abend so dich segnet, Dass als Lichter, dass als Flammen Von dir glänzten all zusammen Alles, was du ausgerichtet, Alle, die sich dir verpflichtet: Mit erhöhten Geistesblicken Fühltest herrliches Entzücken.

Lang · Feierlich
WeihnachtsgedichteNº 030

Schenke groß oder klein, aber immer gediegen. Wenn die Bedachten die Gabe wiegen, sei dein Gewissen rein. Schenke herzlich und frei. Schenke dabei, was in dir wohnt an Meinung, Geschmack und Humor, so dass die eigene Freude zuvor dich reichlich belohnt. Schenke mit Geist ohne List. Sei eingedenk, dass dein Geschenk - Du selber bist.

Lang · Nachdenklich
WeihnachtsgedichteNº 031

Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle, Mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit, Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle Schöne Blumen der Vergangenheit. Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise, Und das alte Lied von Gott und Christ Bebt durch Seelen und verkündet leise, Dass die kleinste Welt die größte ist.

Lang · Herzlich
WeihnachtsgedichteNº 032

Lieber, guter Weihnachtsmann, zieh die langen Stiefel an, kämme deinen weißen Bart, mach' dich auf die Weihnachtsfahrt. Komm' doch auch in unser Haus, packe die Geschenke aus. Ach, erst das Sprüchlein wolltest du? Ja, ich kann es, hör mal zu: Lieber, guter Weihnachtsmann, guck mich nicht so böse an. Stecke deine Rute ein, will auch immer artig sein!

Lang · Heiter
WeihnachtsgedichteNº 033

Blüh denn, leuchte, goldner Baum, Erdentraum und Himmelstraum; blüh und leuchte in Ewigkeit durch die arme Zeitlichkeit! Sei uns Bild und sei uns Schein, dass wir sollen fröhlich sein, fröhlich durch den süßen Christ, der des Lebens Leuchte ist. Sei uns Bild und sei uns Schein, dass wir sollen tapfer sein auf des Lebens Pilgerbahn, kämpfend gegen Lug und Wahn. Sei uns Bild und sei uns Schein, dass wir sollen heilig sein, rein wie Licht und himmelsklar, wie das Kindlein Jesus war!

Lang · Feierlich
WeihnachtsgedichteNº 034

Nun kommen die vielen Weihnachtsbäume aus dem Wald in die Stadt herein. Träumen sie ihre Waldesträume wieder beim Laternenschein? Könnten sie sprechen! Die holden Geschichten von der Waldfrau, die Märchen webt, was wir uns erst alles erdichten, sie haben das alles wirklich erlebt. Da steh'n sie nun an den Straßen und schauen wunderlich und fremd darein, als ob sie der Zukunft nicht trauen, es muß doch was im Werke sein! Freilich, wenn sie dann in den Stuben im Schmuck der hellen Kerzen stehn, und den kleinen Mädchen und Buben in die glänzenden Augen sehn. Dann ist ihnen auf einmal, als hätte ihnen das alles schon mal geträumt, als sie noch im Wurzelbette den stillen Waldweg eingesäumt. Dann stehen sie da, so still und selig, als wäre ihr heimlichstes Wünschen erfüllt, als hätte sich ihnen doch allmählich ihres Lebens Sinn enthüllt; Als wären sie für Konfekt und Lichter vorherbestimmt, und es müßte so sein, und ihre spitzen Nadelgesichter sehen ganz verklärt darein.

Lang · Nachdenklich
WeihnachtsgedichteNº 035

Und wieder nun lässt aus dem Dunkeln Die Weihnacht ihre Sterne funkeln! Die Engel im Himmel hört man sich küssen Und die ganze Welt riecht nach Pfeffernüssen... So heimlich war es die letzten Wochen, Die Häuser nach Mehl und Honig rochen, Die Dächer lagen dick verschneit Und fern, noch fern schien die schöne Zeit. Man dachte an sie kaum dann und wann. Mutter teigte die Kuchen an Und Vater, dem mehr der Lehnstuhl taugte, Saß daneben und las und rauchte. Da plötzlich, eh man sich's versah, Mit einem Mal war sie wieder da. Mitten im Zimmer steht nun der Baum! Man reibt sich die Augen und glaubt es kaum ... Die Ketten schaukeln, die Lichter wehn, Herrgott, was gibt's da nicht alles zu sehn! Die kleinen Kügelchen und hier Die niedlichen Krönchen aus Goldpapier! Und an all den grünen, glitzernden Schnürchen All die unzähligen, kleinen Figürchen: Mohren, Schlittschuhläufer und Schwälbchen, Elefanten und kleine Kälbchen, Schornsteinfeger und trommelnde Hasen, Dicke Kerle mit roten Nasen, Reiche Hunde und arme Schlucker Und Alles, Alles aus purem Zucker! Ein alter Herr mit weißen Bäffchen Hängt grade unter einem Äffchen. Und hier gar schält sich aus seinem Ei Ein kleiner, geflügelter Nackedei. Und oben, oben erst in der Krone!! Da hängt eine wirkliche, gelbe Kanone Und ein Husarenleutnant mit silbernen Tressen - Ich glaube wahrhaftig, man kann ihn essen! In den offenen Mäulerchen ihre Finger, Stehn um den Tisch die kleinen Dinger, Und um die Wette mit den Kerzen Puppern vor Freuden ihre Herzen. Ihre großen, blauen Augen leuchten, Indes die unsern sich leise feuchten. Wir sind ja leider schon längst "erwachsen", Uns dreht sich die Welt um andre Achsen Und zwar zumeist um unser Büro. Ach, nicht wie früher mehr macht uns froh Aus Zinkblech eine Eisenbahn, Ein kleines Schweinchen aus Marzipan. Eine Blechtrompete gefiel uns einst sehr, Der Reichstag interessiert uns heut mehr; Auch sind wir verliebt in die Regeldetri Und spielen natürlich auch Lotterie. Uns quälen tausend Siebensachen. Mit einem Wort, um es kurz zu machen, Wir sind große, verständige, vernünftige Leute! Nur eben heute nicht, heute, heute! Über uns kommt es wie ein Traum, Ist nicht die Welt heut ein einziger Baum, An dem Millionen Kerzen schaukeln? Alte Erinnerungen gaukeln Aus fernen Zeiten an uns vorüber Und jede klagt: Hinüber, hinüber! Und ein altes Lied fällt uns wieder ein: O selig, o selig, ein Kind noch zu sein!

Lang · Nachdenklich
WeihnachtsgedichteNº 036

Vom Himmel in die tiefsten Klüfte Ein milder Stern herniederlacht. Vom Tannenwalde steigen Düfte Und hauchen durch die Winterlüfte, Und kerzenhelle wird die Nacht. Mir ist das Herz so froh erschrocken, Das ist die liebe Weihnachtszeit! Ich höre fernher Kirchenglocken Mich lieblich heimatlich verlocken In märchenstille Herrlichkeit. Ein frommer Zauber hält mich wieder, Anbetend, staunend muß ich stehn; Es sinkt auf meine Augenlider Ein goldner Kindertraum hernieder, Ich fühl’s, ein Wunder ist gescheh’n.

Lang · Feierlich
WeihnachtsgedichteNº 037

Heut Abend, als wir zu euch gingen, da war in der Luft ein leises Klingen, da war ein Rauschen, man wusst’ nicht woher, als ob man in einem Tannenwald wär, da huschte vorüber und ging nicht aus ein heimliches Leuchten von Haus zu Haus. Der Mond kam über die Dächer gesprungen: "Wohin noch so spät, ihr kleinen Jungen? Ihr müsst ja zu Bett, was fällt euch ein?" und lachte uns an mit vollem Schein. Da lachten wir wieder: "Du alter Klöner, heut Abend ist alles anders und schöner. Und glaubst du’s nicht, kannst mit uns gehen, da wirst du ein blaues Wunder sehn." Da sprang er leuchtend uns voran, bei diesem Hause hielt er an. Wir gingen hinein mit froher Begier, und Klingen und Rauschen und Leuchten ist hier.

Lang · Heiter
WeihnachtsgedichteNº 038

Ich lag und schlief; da träumte mir ein wunderschöner Traum: Es stand auf unserm Tisch vor mir ein hoher Weihnachtsbaum. Und bunte Lichter ohne Zahl, die brannten ringsumher; die Zweige waren allzumal von goldnen Äpfeln schwer. Und Zuckerpuppen hingen dran; das war mal eine Pracht! Da gab's, was ich nur wünschen kann und was mir Freude macht. Und als ich nach dem Baume sah und ganz verwundert stand, nach einem Apfel griff ich da, und alles, alles schwand. Da wacht' ich auf aus meinem Traum, und dunkel war's um mich. Du lieber, schöner Weihnachtsbaum, sag an, wo find' ich dich? Da war es just, als rief er mir: "Du darfst nur artig sein; dann steh' ich wiederum vor dir; jetzt aber schlaf nur ein! Und wenn du folgst und artig bist, dann ist erfüllt dein Traum, dann bringet dir der heil'ge Christ den schönsten Weihnachtsbaum.

Lang · Herzlich
WeihnachtsgedichteNº 039

Weißer Flöckchen Schwebefall, Stille Klarheit überall, Glockenklang und Schellenklingen, Mäulchen, die vom Christkind singen, Flammen, die von grünen Zweigen Gläubig, strahlend aufwärts steigen, Und im tiefsten Herzen drinnen Ein Erinnern, ein Besinnen ... Neige dich, mein Herz, und bete, Daß das Christkind zu dir trete, Auch in deiner Schwachheit Gründen Eine Flamme zu entzünden, Die das Ringen deiner Tage Gläubig strahlend aufwärts trage.

Lang · Feierlich
WeihnachtsgedichteNº 040

Draußen weht es bitterkalt, wer kommt da durch den Winterwald? Stipp - stapp, stipp - stapp und huckepack, Knecht Ruprecht ist's mit seinem Sack. Was ist denn in dem Sacke drin? Äpfel, Mandeln und Rosin' und schöne Zuckerrosen, auch Pfeffernüss' fürs gute Kind die andern, die nicht artig sind, die klopft er auf die Hosen.

Lang · Heiter
WeihnachtsgedichteNº 041

Das einst ein Kind auf Erden war, Christkindlein kommt noch jedes Jahr. Kommet vom hohen Sternenzelt, freut und beglücket alle Welt! Mit Kindern feiert's froh den Tag, wo Christkind in der Krippe lag; Den Christbaum zündet's überall, weckt Orgelklang und Glockenschall. Christkindlein kommt zu arm und reich, die Guten sind ihm alle gleich. Danket ihm denn und grüßt es fein, auch euch beglückte Christkindlein!

Lang · Feierlich
WeihnachtsgedichteNº 042

Ruhig sein, nicht ärgern, nicht kränken, Ist das allerbeste Schenken; Aber mit diesem Pfefferkuchen Will ich es noch mal versuchen.

Mittel · Heiter