SPRÜCHEVERSUM

Liebesgedichte.

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LiebesgedichteNº 085

An deiner Brust ist meine Stelle, In deinen Armen mein Asyl! Mich warf des Sturm's empörte Welle An dieses bang ersehnte Ziel. Die Gaben, die das Leben zieren, Jedwedes Gut, das köstlich heißt, Was ich besaß, mußt' ich verlieren, Daß du fortan mir Alles sei'st. Jetzt, da ich Alles hingegeben, Wird mir's durch dich zurückgeschenkt, Wenn unter wonnevollem Beben Dein Mund auf meine Stirn' sich senkt.

Lang · Herzlich
LiebesgedichteNº 086

Hier im Wald mit dir zu liegen, moosgebettet, windumatmet, in das Flüstern, in das Rauschen leise liebe Worte mischend, öfter aber noch dem Schweigen lange Küsse zugesellend, unerschöpflich - unersättlich, hingegebne, hingenommne, ineinander aufgelöste, zeitvergeßne, weltvergeßne. Hier im Wald mit dir zu liegen, moosgebettet, windumatmet.

Lang · Herzlich
LiebesgedichteNº 087

Wissen möcht' ich nur, wie lange Ich dir spielen könnt' im Haar, Oder streicheln an der Wange, Oder sehn ins Augenpaar; Wissen möcht' ich, ob auf Erden Noch ein solches Spiel es giebt. Das man, ohne müde werden, Treiben kann als wie man liebt.

Lang · Herzlich
LiebesgedichteNº 088

Ich denke dein, Wenn durch den Hain Der Nachtigallen Akkorde schallen! Wann denkst du mein? Ich denke dein Im Dämmerschein Der Abendhelle Am Schattenquelle! Wo denkst du mein? Ich denke dein Mit süßer Pein Mit bangem Sehnen Und heißen Tränen! Wie denkst du mein? O denke mein, Bis zum Verein Auf besserm Sterne! In jeder Ferne Denk ich nur dein.

Lang · Herzlich
LiebesgedichteNº 089

Ich liebe dich, doch nicht genug Für deine Seele, deine süße. Ich hab' ja Augen nicht genug Für ihre tausend stummen Grüße. Nicht Hände habe ich genug, Um Glück, nur Glück, dir zuzutragen, Und habe Atem nicht genug, Um soviel Liebe auszusagen!

Lang · Herzlich
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LiebesgedichteNº 090

Du bist so still, so sanft, so sinnig, Und schau' ich dir in's Angesicht, Da leuchtet mir verständnißinnig Der dunkeln Augen frommes Licht. Nicht Worte giebst du dem Gefühle, Du redest nicht, du lächelst nur; So lächelt in des Abends Kühle Der lichte Mond auf Wald und Flur. In Traumesdämmerung allmählich Zerrinnt die ganze Seele mir, Und nur das Eine fühl' ich selig, Daß ich vereinigt bin mit dir.

Lang · Herzlich
LiebesgedichteNº 091

O mein Geliebter - in die Kissen bet ich nach dir, ins Firmament! O könnt ich sagen, dürft er wissen, wie meine Einsamkeit mich brennt! O Welt, wann darf ich ihn umschlingen! O lass ihn mir im Traume nahn, mich wie die Erde um ihn schwingen und seinen Sonnenkuss empfahn. Und seine Flammenkräfte trinken, ihm Flammen, Flammen wiedersprühn, oh Welt, bis wir zusammensinken in überirdischem Erglühn! O Welt des Lichtes, Welt der Wonne! O Nacht der Sehnsucht, Welt der Qual! O Traum der Erde: Sonne, Sonne! O mein Geliebter - mein Gemahl!

Lang · Herzlich
LiebesgedichteNº 092

Das ist mein Fenster. Eben bin ich so sanft erwacht. Ich dachte, ich würde schweben. Bis wohin reicht mein Leben, und wo beginnt die Nacht? Ich könnte meinen, alles wäre noch Ich ringsum; durchsichtig wie eines Kristalles Tiefe, verdunkelt, stumm. Ich könnte auch noch die Sterne fassen in mir; so groß scheint mir mein Herz; so gerne ließ es ihn wieder los. den ich vielleicht zu lieben, vielleicht zu halten begann. Fremd, wie nie beschrieben sieht mich mein Schicksal an. Was bin ich unter diese Unendlichkeit gelegt, duftend wie eine Wiese, hin und her bewegt, rufend zugleich und bange, daß einer den Ruf vernimmt, und zum Untergange in einem Andern bestimmt.

Lang · Nachdenklich
LiebesgedichteNº 093

Du liegst so gut in meinem Arm, So gut ruht nur in mir mein Herz. Wir schweben wie das Feuer fort Und leben nur der Küsse Leben. Einst werden Sonn' und Sterne kalt, Uns hat der Tod vergessen müssen, Und tausend, tausend Jahre alt Leben wir noch in jungen Küssen.

Lang · Herzlich
LiebesgedichteNº 094

Ich denke dein im Morgenlicht des Maien, Im Sonnenglanz; Ich denke dein, wenn mich die Sterne freuen Am Himmelskranz. Ich sorg' um dich, wenn in des Berges Wettern Der Donner lauscht; Du schwebst mir vor, wenn in den dunkeln Blättern Der Zephir rauscht. Ich höre dich, wenn bei des Abends Gluten Die Lerche schwirrt; Ich denke dein, wenn durch des Deiches Fluten Der Nachen irrt. Wir sind vereint, uns raubt der Tod vergebens Der Liebe Lust; O, laß mich ruhn, du Sonne meines Lebens, An deiner Brust!

Lang · Herzlich
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LiebesgedichteNº 095

Die Wange läßt die Wange nicht; Es läßt nicht Mund von Mund, Und ach! es läßt sich lange nicht, Was ein's in Herzens Grund. Möcht' bei dir weilen immerdar; - Dich schauen selig an! - Bei Gott, es hat's uns wunderbar Ein Zauber angethan.

Lang · Herzlich
LiebesgedichteNº 096

Ich bin so glücklich von deinen Küssen, Daß alle Dinge es spüren müssen. Mein Herz in wogender Brust mir liegt, Wie sich ein Kahn im Schilfe wiegt. Und fällt auch Regen heut ohne Ende, Es regnet Blumen in meine Hände. Die Stund', die so durchs Zimmer geht, Auf keiner Uhr als Ziffer steht; Die Uhr zeigt heute keine Zeit, Sie deutet hinaus in die Ewigkeit.

Lang · Herzlich
LiebesgedichteNº 097

Wenn du sprichst, wacht mein buntes Herz auf. Alle Vögel üben sich Auf deinen Lippen. Immerblau streut deine Stimme Über den Weg; Wo du erzählst, wird Himmel. Deine Worte sind aus Lied geformt, Ich traure, wenn du schweigst. Singen hängt überall an dir – Wie du wohl träumen magst?

Lang · Herzlich
LiebesgedichteNº 098

Wie soll ich meine Seele halten, daß sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie hinheben über dich zu andern Dingen? Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas Verlorenem im Dunkel unterbringen an einer fremden stillen Stelle, die nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen. Doch alles, was uns anrührt, dich und mich, nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich, der aus zwei Saiten eine Stimme zieht. Auf welches Instrument sind wir gespannt? Und welcher Spieler hat uns in der Hand? O süßes Lied.

Lang · Nachdenklich
LiebesgedichteNº 099

Wenn sanft du mir im Arme schliefst, Ich deinen Atem hören konnte, Im Traum du meinen Namen riefst, Um deinen Mund ein Lächeln sonnte - Glückes genug. Und wenn nach heißem, ernstem Tag Du mir verscheuchtest schwere Sorgen, Wenn ich an deinem Herzen lag Und nicht mehr dachte an ein Morgen - Glückes genug.

Lang · Herzlich
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LiebesgedichteNº 100

Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria, lieblich ausgedrückt, Doch keins von allen kann dich schildern, Wie meine Seele dich erblickt. Ich weiß nur, dass der Welt Getümmel Seitdem mir wie ein Traum verweht, Und ein unnennbar süßer Himmel Mir ewig im Gemüte steht.

Lang · Herzlich
LiebesgedichteNº 101

Gieß in meine Seele deine, Meine hast du längst getrunken, Wie im Morgensonnenscheine Untergehn der Sterne Funken: Daß mit wonnevollen Schmerzen Gleiche Flammen uns durchwühlen! Dass wir beide tief im Herzen Eines Blutes Pulsschlag fühlen.

Mittel · Herzlich
LiebesgedichteNº 102

Wie herrlich leuchtet Mir die Natur! Wie glänzt die Sonne! Wie lacht die Flur! Es dringen Blüten Aus jedem Zweig Und tausend Stimmen Aus dem Gesträuch Und Freud und Wonne Aus jeder Brust. O Erd, o Sonne! O Glück, o Lust! O Lieb, o Liebe! So golden schön, Wie Morgenwolken Auf jenen Höhn! Du segnest herrlich Das frische Feld, Im Blütendampfe Die volle Welt. O Mädchen, Mädchen, Wie lieb ich dich! Wie blickt dein Auge! Wie liebst du mich! So liebt die Lerche Gesang und Luft, Und Morgenblumen Den Himmelsduft, Wie ich dich liebe Mit warmem Blut, Die du mir Jugend Und Freud und Mut Zu neuen Liedern Und Tänzen gibst. Sei ewig glücklich, Wie du mich liebst!

Lang · Heiter
LiebesgedichteNº 103

Der du meine Wege mit mir gehst, Jede Laune meiner Wimper spürst, Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst - Weißt du wohl, wie heiß du mich oft rührst? Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern. Meine Liebe wird mich überdauern und in fremden Kleidern dir begegnen Und dich segnen. Lebe, lache gut! Mache deine Sache gut!

Lang · Herzlich
LiebesgedichteNº 104

Herz, mein Herz, was soll das geben? Was bedränget dich so sehr? Welch ein fremdes, neues Leben! Ich erkenne dich nicht mehr. Weg ist alles, was du liebtest, Weg, warum du dich betrübtest, Weg dein Fleiß und deine Ruh – Ach, wie kamst du nur dazu! Fesselt dich die Jugendblüte, Diese liebliche Gestalt, Dieser Blick voll Treu und Güte Mit unendlicher Gewalt? Will ich rasch mich ihr entziehen, Mich ermannen, ihr entfliehen, Führet mich im Augenblick, Ach, mein Weg zu ihr zurück. Und an diesem Zauberfädchen, Das sich nicht zerreißen lässt, Hält das liebe lose Mädchen Mich so wider Willen fest; Muss in ihrem Zauberkreise Leben nun auf ihre Weise. Die Verändrung, ach, wie groß! Liebe! Liebe! Lass mich los!

Lang · Nachdenklich
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LiebesgedichteNº 105

Was ist die Liebe? Ist's ein heller Stern, Der plötzlich leuchtet, den wir nie geschaut? Ist's ein Erinnern, das unnennbar fern Uns dünkt und nun in unserer Seele taut, Jäh aus der Schale springt und einen Kern Uns zeigt, so voller Süße, daß uns graut? Ich bin dir gut. Du bist mir gut. Nichts weiter. Dann klimmen wir hinauf die Himmelsleiter.

Lang · Nachdenklich