Du bist wie eine Blume, So hold und schön und rein; Ich schau dich an, und Wehmut Schleicht mir ins Herz hinein. Mir ist, als ob ich die Hände Aufs Haupt dir legen sollt, Betend, daß Gott dich erhalte So rein und schön und hold.
Liebesgedichte.
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Wie ich dich liebe? Laß mich zählen wie. Ich liebe dich so tief, so hoch, so weit, als meine Seele blindlings reicht, wenn sie ihr Dasein abfühlt und die Ewigkeit. Ich liebe dich bis zu dem stillsten Stand, den jeder Tag erreicht im Lampenschein oder in Sonne. Frei, im Recht, und rein wie jene, die vom Ruhm sich abgewandt. Mit aller Leidenschaft der Leidenszeit und mit der Kindheit Kraft, die fort war, seit ich meine Heiligen nicht mehr geliebt. Mit allem Lächeln, aller Tränennot und allem Atem. Und wenn Gott es giebt, will ich dich besser lieben nach dem Tod.
Erst dies kleine Lächeln, dann ein langer Blick, ich schaute dich an, du schautest zurück, ich kam auf dich zu wie vom Faden gezogen, bin dann aber doch noch schnell abgebogen. Es gab kein Entrinnen, es war vorbestimmt, dass wir uns danach wieder begegnet sind. Und beide wussten wir, es gab kein Zurück: Bei uns war es Liebe auf den allerersten Blick!
Du meine Seele, du mein Herz, Du meine Wonn, o du mein Schmerz, Du meine Welt, in der ich lebe, Mein Himmel du, darein ich schwebe, O du mein Grab, in das hinab Ich ewig meinen Kummer gab. Du bist die Ruh, du bist der Frieden, Du bist der Himmel mir beschieden. Daß du mich liebst, macht mich mir wert, Dein Blick hat mich vor mir verklärt, Du hebst mich liebend über mich, Mein guter Geist, mein bessres Ich!
Seit ich ihn gesehen, glaub ich, blind zu sein; wo ich hin nur blicke, seh ich ihn allein. Wie im wachen Traume schwebt sein Bild mir vor, taucht aus tiefstem Dunkel heller nur empor. Sonst ist licht- und farblos alles um mich her, nach der Schwestern Spiele nicht begehr ich mehr. Möchte lieber weinen still im Kämmerlein; seit ich ihn gesehen, glaub ich blind zu sein.
Wenn ich bei meiner Liebsten bin, Dann geht das Herz mir auf, Dann bin ich reich in meinem Sinn und biet die Welt zum Kauf. Doch wenn ich wieder scheiden muß Aus ihrem Schwanenarm, Dann schwindet all mein Überfluß, Und ich bin bettelarm.
Bitte, gib mir doch ein Zeichen, ob du ahnst, was ich empfinde, ein kleiner Wink würde schon reichen, damit ich wieder Ruhe finde und all die Zweifel in mir weichen.
Ich liebe dich, weil ich dich lieben muß; Ich liebe dich, weil ich nichts anders kann; Ich liebe dich nach einem Himmelschluß; Ich liebe dich durch einen Zauberbann. Dich lieb' ich, wie die Rose ihren Strauch; Dich lieb' ich, wie die Sonne ihren Schein; Dich lieb' ich, weil du bist mein Lebenshauch; Dich lieb' ich, weil dich lieben ist mein Sein.
O! zarte Sehnsucht, süßes Hoffen, Der ersten Liebe goldne Zeit! Das Auge sieht den Himmel offen, es schwelgt das Herz in Seligkeit. Oh, daß sie ewig grünen bliebe, Die schöne Zeit der jungen Liebe!
An dem Feuer saß das Kind, Amor, Amor, Und war blind; Mit dem kleinen Flügel fächelt In die Flamme er und lächelt, Fächle, lächle, schlaues Kind! Ach, der Flügel brennt dem Kind, Amor, Amor Läuft geschwind! »O, wie mich die Glut durchpeinet!« Flügelschlagend laut er weinet, In der Hirtin Schoß entrinnt Hülfeschreind das schlaue Kind. Und die Hirtin hilft dem Kind Amor, Amor, Bös und blind. Hirtin, sieh, dein Herz entbrennet, Hast den Schelm du nicht gekennet? Sieh, die Flamme wächst geschwind, Hüt' dich vor dem schlauen Kind!
Ich bin mir meiner Seele In deiner nur bewußt, Mein Herz kann nimmer ruhen, Als nur in deiner Brust! Mein Herz kann nimmer schlagen Als nur für dich allein. Ich bin so ganz dein eigen, So ganz auf immer dein.
Auf dem Teich, dem regungslosen, weint des Mondes holder Glanz, flechtend seine bleichen Rosen in des Schilfes grünen Kranz. Weinend muß mein Blick sich senken: durch die tiefste Seele geht mir ein süßes Deingedenken, wie ein stilles Nachtgebet.
Amors Pfeil Amors Pfeil hat Widerspitzen. Wen er traf, der laß' ihn sitzen, Und erduld' ein wenig Schmerz! Wer geprüften Rat verachtet, Und ihn auszureißen trachtet, Der zerfleischt sein ganzes Herz.
Es ist Nacht, und mein Herz kommt zu dir, hält's nicht aus, hält's nicht aus mehr bei mir. Legt sich dir auf die Brust, wie ein Stein, sinkt hinein, zu dem deinen hinein. Dort erst, dort erst kommt es zur Ruh, liegt auf dem Grund seines ewigen Du.
Seliger Tod Gestorben war ich Vor Liebeswonne; Begraben lag ich In ihren Armen; Erwecket ward ich Von ihren Küssen; Den Himmel sah ich In ihren Augen.
Ich hab das "Ich" verlernt und weiß nur: wir. Mit der Geliebten wurde ich zu zwein; und aus uns beiden in die Welt hinein und über alles Wesen wuchs das Wir. Und weil wir Alles sind, sind wir allein.
Die Liebe hemmet nichts; Sie kennt nicht Tür noch Riegel Und drängt durch alles sich: Sie ist ohn' Anbeginn, Schlug ewig ihre Flügel Und schlägt sie ewiglich.
So komme, was da kommen mag solange du lebst, ist es Tag Und geht es in die Welt hinaus wo Du mir bist, bin ich zu Haus. Ich seh’ Dein liebes Angesicht ich seh’ die die Schatten der Zukunft nicht.
Niemand weiß, wie schwer mir's fällt, Flammen in der Brust zu hegen, Und sie dennoch vor der Welt Nicht ans freie Licht zu legen. Feuer läßt sich nicht verhehlen, Denn sein Glanz ist allzu klar, Und die Glut verliebter Seelen Macht sich selber offenbar.
Mein Herz ich will dich fragen: Was ist denn Liebe, sag? "Zwei Seelen und ein Gedanke, zwei Herzen und ein Schlag!" Und sprich, woher kommt Liebe? "Sie kommt und sie ist da!" Und sprich, wie schwindet Liebe? "Die war's nicht, der's geschah! Und was ist reine Liebe? "Die ihrer selbst vergißt!" Und wann ist Lieb am tiefsten? "Wenn sie am stillsten ist!" Und wann ist Lieb am reichsten? "Das ist sie, wenn sie gibt!" Und sprich, wie redet Liebe? "Sie redet nicht, sie liebt!"
An Amor Amor, Vater süßer Lieder, Du mein Phöbus, kehre wieder! Kehre wieder in mein Herze! Komm! doch mit dem schlauen Scherze: Komm und laß zugleich Lyäen Dir zur Seite lachend gehen! Komm mit einem holden Kinde, Das mein träges Herz entünde, Und durch feuervolle Küsse Zum Horaz mich küssen müsse! Willst du, Gott der Zärtlichkeiten: Laß auch Schmerzen dich begleiten! Ich will lieber deine Schmerzen, Als nicht küssen und nicht scherzen.