Lieb Mütterchen, viel Glück Zu diesem schönen Tage; Er komm' uns ohne Plage Noch oft und froh zurück. Sie dachten all sich aus Ein Geschenk zu deinem Feste; Für mich ist wohl das Beste Ein Verschen und ein Strauß.
Geburtstagsgedichte.
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Genieße still zufrieden den sonnig heitren Tag. Du weißt nicht, ob hienieden ein gleicher kommen mag. Es gibt so trübe Zeiten, da wird das Herz uns schwer, dann wogt von allen Seiten um uns ein Nebelmeer. Da wüchse tief im Innern die Finsternis mit Macht, ging nicht ein süß Erinnern als Mondlicht durch die Nacht.
Heute will ich fröhlich sein, Heute guter Dinge, Und auch du, mein Döckelein, Komm' und tanz' und springe! Ist der heil'ge Christ ins Haus Heut schon eingekehret? Hat der heil'ge Nikolaus Uns was einbescheeret? Nein, so hört es denn von mir, Hört es, lieben Leute! Den Geburtstag feiern wir Unsers Papa's heute. Darum will ich fröhlich sein, Heißa! guter Dinge, Und auch du, mein Döckelein, Komm' und tanz' und springe!
Ein Festtag soll dich stärken zu deines Werktags Werken, dass du an dein Geschäfte mitbringst frische Kräfte. Du darfst nicht in den Freuden die Kräfte selbst vergeuden; neu sollen sie ersprießen aus mäßigem Genießen.
Wie schön, daß in des Herbstes Tagen Noch Blumen blüh'n in Pracht und Glanz, Als wollten sie uns Kindern sagen: »Wir blühen nur für euch zum Kranz. Ihr sollt zum Kranz uns heute reihen, So schön, wie sich es machen läßt, Und dem Papa als Glückwunsch weihen, Denn heut ist sein Geburtstagsfest.« Es ist erfüllt der Blumen Bitte, Nimm unsern Glückwunsch freundlich an: O bleib' bei uns in unsrer Mitte Und freue dich mit uns fortan! Wir wollen dir auf allen Wegen Auch liebe gute Kinder sein; Wir flehen Gott um Seinen Segen, Und was wir fleh'n, wird Er verleih'n.
Was soll ich Dir sagen, was soll ich Dir geben? Ich wünsch Dir ein langes, glückliches Leben. Ich hab ein Herz, das denkt und spricht: Ich hab Dich lieb, mehr weiß ich nicht.
Sei willkommen, Tag der Freuden, Sei gegrüßet tausendmal. Heute soll mein Herz sich weiden, Freude tönen überall. Freudig schlägt es dir entgegen, Vater! Dieses Herz voll Lust, Wünschet Glück und Himmelssegen Aus dem reinsten Quell der Brust. Niemals soll es dir missfallen, Deine Tugend sei mein Stab; Ich will fromm durch's Leben wallen, Bis mich einst bedeckt das Grab. Ich bin dein und wohlgefallen Wird's ihm, der dich mir geschenkt, Wenn vor im mein kindlich Lallen Täglich betend dein gedenkt. Unser'n Vater, Welterhalter! Wie uns alle, groß und klein, Schütze gnädig, lass sein Alter Froh, wie meine Kindheit sein.
Liebe Mutter! Du zählst sie gerne, deine dreiunddreißig Geburtstagssterne. Hier stehn sie strahlend; und daneben siehst du zwei silberne Halbmonde schweben. Das sind zwei Lampen fürs Klavier, eine von Vater, die andre von mir. Kommt nun der Abend mit müden Beinen, dann läßt du deine Monde scheinen und spielst; und wir, wir hören und träumen von den hohen himmlischen Räumen, von deinem Sternenringelreihn – Vater wacht noch, ich schlafe ein.
Den frohen Sinn der Jugend zu erhalten, Wenn auch das Alter schon die Locken bleicht, Das ist's, was jeder wünscht, doch schwer erreicht, Weil nur dem Glücklichen es vorbehalten. Ob wir nun fröhlich mit den Stunden schalten, Ob ihr phlegmatisch durch die Tage schleicht, Und ob's im Busen stürmet oder schweigt, Es muß das Herz doch nach und nach erkalten. Doch seh' ich Dich, so schwindet all mein Zagen; Denn ungebeugt im Kampfe mit der Welt Hast Du das Alter aus dem Feld geschlagen. Wer sich den Mut in diesem Kampf erhält, Der bleibt, mag auch das Herz ihm leiser schlagen, Von ew'ger Jugend Sonnenschein erhellt.
Alt wirst du – wer wirds nicht? – doch wer nimmt, wie du, mit Jahren an Wert und Tugenden zu?
Genieß die Gegenwart mit frohem Sinn, sorglos, was dir die Zukunft bringen werde. Doch nimm auch bittern Kelch mit Lächeln hin - vollkommen ist kein Glück auf dieser Erde.
Schnell, schnell, Besen, Feg die Stube rein Wenn Väterchen zum Kaffee kommt, Muß alles sauber sein! Wisch, wisch, Lappen, Über Stuhl und Schrank Wenn Väterchen zum Kaffee kommt, Sind sie blitzeblank! Blüh, Blüh, Blume, Blüh recht frisch Wenn Väterchen zum Kaffee kommt, Stehst du auf dem Tisch! Herz, Herzmuttchen, Schnell das neue Kleid Bis Väterchen zum Kaffee kommt, Ist nur noch wenig Zeit! Tick, tick, Uhrchen, Renn doch nicht so fix Wenn Väterchen zum Kaffee kommt, Mach ich meinen Knix! Fertig, alles fertig, Der Kuchen ist auch da Der Kaffee kommt, der Vater kommt, Mein Verschen kann ich ja: "Heut ist Dein Geburtstag!"
Dir zum Geburtstag als Präsent Sag ich nun nicht mehr: "Sakrament!" Auch: "Luder" will ich nicht mehr sagen; Nicht Hund und nicht Verwandte schlagen, Die Zunge fest im Maule tragen, Will artig sein mit Füß und Händ: Das ist der NAME Geburtstags-Präsent.
Den Tag verhehlt die Schöne mit Bedacht, Der um ein Jahr sie älter macht; Doch nie wird sie veraltert seyn, Nimmt sie wie du, durch Witz und Tugend ein.
Alt sein heißt ja nicht schwach sein; es heißt nur doppelt wach sein für das, was wahr und echt. Du lebenslang ein Wächter des Echten und sein Hegfer, just dir steht Altsein recht!
Glück und Heil am Tage, Der dich einst gebar! Vater, was ich sage, Ist so fromm und wahr. Lies auf diesem Blättchen, Das mein Herz dir giebt, Wie dein kleines Mädchen Dich so herzlich liebt. Küsse deine Kleine, Sieh ihr ins Gesicht; Liebe, wie die meine, Schildert kein Gedicht. Wo die Sternlein stehen, Ist ein großer Mann, Der, was Kinder flehen, Auch erfüllen kann. O, der wird dir geben – Denn ich bitt' ihn ja – Langes, frohes Leben, Herziger Papa. Und mir wird's gelingen, Immer wohlgemuth Um dich her zu springen, Wie das Lämmlein thut. Will dich streicheln, herzen, Will mit Mädchenlist Um dich hüpfen, scherzen, Wenn du traurig bist. Will dein Knie umschlingen, Bester Vater, du! Will ein Lied dir singen, Und du geigst dazu. Heisa! Welche Freude! Vater, tanz' mit mir! Alles freut sich heute Innig über dir. Mama wünscht dir Glücke, Und der Ludwig zeigt Schon in seinem Blicke, Was der Mund verschweigt.
Kräht der Hahn früh am Morgen, krähet laut, krähet weit: Guten Morgen, Rumpumpel, dein Geburtstag ist heut! Guckt das Eichhörnchen runter: Wenig Zeit, wenig Zeit! Guten Morgen, Rumpumpel, dein Geburtstag ist heut! Kommt das Häschen gesprungen, macht Männchen vor Freud: Guten Morgen, Rumpumpel, dein Geburtstag ist heut! Steht der Kuchen auf dem Tische, macht sich dick, macht sich breit: Guten Morgen, Rumpumpel, dein Geburtstag ist heut! Und Vater und Mutter, alle Kinder, alle Leut' schreien: Hoch der Rumpumpel, sein Geburtstag ist heut!
Ich habe heute wieder lange gebrütet und nach Geburtstagsreimen gehetzt. Ich habe gediftelt. Ich habe gewütet. Und zuletzt das ganze Geschreibsel zerfetzt. Da dachte ich, wie das oft geht: Wenn Vater hinter dir steht – und der sieht dich so krampfhaft dichten, dann sagt er: „Ach, mach doch keine Geschichten!“ Und wir sprechen kein Wörtchen vom Geburtstagsallerlei, von den Wünschen, die ich ihm niederschrieb. Wir küssen uns stumm und fühlen dabei – wir haben einander so herzlich lieb.
Leises Klopfen an der Türe: Kann ich ’rein Mama? Frisch gewaschen, frisch gebügelt Steht Rumpumpel da. Rosen in beiden Händchen! Wie der Kerl sich freut! Kommt ans Bett, sagt: Guten Morgen, Mutti Burtstag heut, Vater putzt die große Stube, Die ist furchtbar schön; Lauter Blumen! Und die Torte!