Zarter Blumen reich Gewinde Flocht ich Dir zum Angebinde; Unvergängliches zu bieten, Ist mir leider nicht beschieden. In den leichten Blütenranken Lauschen liebende Gedanken, Die in leisen Tönen klingen Und Dir fromme Wünsche bringen. Worte aus des Herzens Fülle Sind wie Duft aus Blumenhülle; Blumen müssen oft bezeigen, Was die Lippen gern verschweigen. Und so bringt vom fernen Orte Dieses Blatt Dir Blumenworte; Mögen sie vor Deinen Blicken Sich mit frischen Farben schmücken!
Geburtstagsgedichte.
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Zwischen dem Alten Zwischen dem Neuen Hier uns zu freuen Schenkt uns das Glück Und das Vergangene Heisst mit Vertrauen Vorwärts zu schauen, Schauen zurück.
Zu deinem Geburtstag wünsch' ich dir: nur Gutes komm' zu deiner Tür. Auf jedem Weg, zu jeder Zeit, sei Gottes Segen dein Geleit!
Ich bringe nichts als ein Gedicht zu Deines Tages Feier; denn alles, wie die Mutter spricht, ist so entsetzlich teuer.
Nicht Glückes bar sind deine Lenze, Du forderst nur des Glücks zu viel; Gib deinem Wunsche Maß und Grenze, Und dir entgegen kommt das Ziel. Wie dumpfes Unkraut lass vermodern, Was in dir noch des Glaubens ist: Du hättest doppelt einzufordern Des Lebens Glück, weil du es bist. Das Glück, kein Reiter wird’s erjagen, Es ist nicht dort, es ist nicht hier; Lern’ überwinden, lern’ entsagen, Und ungeahnt erblüht es dir.
Es gibt ein sehr probates Mittel Die Zeit zu halten am Schlawittel: Man nimmt die Taschenuhr zur Hand Und folgt dem Zeiger unverwandt.
Im neuen Jahre Glück und Heil, Auf Weh und Wunden gute Salbe! Auf groben Klotz ein grober Keil! Auf einen Schelmen anderthalbe!
Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest. Und lass’ Dir jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Blüten schenken läßt. Sie aufzusammeln und zu sparen, das kommt dem Kind nicht in den Sinn. Es löst sie leise aus den Haaren, drin sie so gern gefangen waren, und hält den lieben jungen Jahren nach neuen seine Hände hin.
Das Perfekt und das Imperfekt tranken Sekt. Sie stiessen auf Futurum an (was man wohl gelten lassen kann) Plusquamper und Exaktfutur blinzten nur.
Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah, Lerne nur das Glück ergreifen, Denn das Glück ist immer da.
Was unvollkommen ist, das soll vollkommen werden; denn nur zum Werden, nicht zum Sein, sind wir auf Erden.
Gut ist's, einen Wunsch zu hegen In der Brust geheimstem Schrein, Mit dem Wahn, an ihm gelegen Sei dein volles Glück allein. Gut ist's, daß der Himmel immer Dir verschiebt die Wunschgewähr Denn beglückt, du wärst es nimmer, Und du hofftest es nicht mehr.
Alter, tanze, trotz den Jahren! Welche Freude, wenn es heißt: Alter, du bist alt an Haaren, blühend aber ist dein Geist.
Wonach du sehnlich ausgeschaut, Es wurde dir beschieden. Du triumphierst und jubelst laut: Jetzt hab ich endlich Frieden! Ach, Freundchen, rede nicht so wild, Bezähme deine Zunge! Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt, Kriegt augenblicklich Junge.
Schenke groß oder klein, aber immer gediegen. Wenn die Bedachten die Gabe wiegen, sei dein Gewissen rein. Schenke herzlich und frei. Schenke dabei, was in dir wohnt an Meinung, Geschmack und Humor, so dass die eigene Freude zuvor dich reichlich belohnt. Schenke mit Geist ohne List. Sei eingedenk, dass dein Geschenk - Du selber bist.
Es haben alle Dich so gern, die Alten und die Jungen, und Deinen lieben, braven Herrn ist alles wohl gelungen.
Weg, weg mit Wünschen, Reimen, Schwänken! Trinkt fleißig, aber trinket still! Wer wird an die Gesundheit denken, wenn man die Gläser leeren will?
Was würdet Ihr tun, wenn Ihr ein neues Lebensjahr regieren könntet? Ich würde vor Aufergung wahrscheinlich die ersten Nächte schlaflos verbringen und darauf tagelang ängstlich und kleinlich ganz dumme, selbstsüchtige Pläne schwingen. Dann - hoffentlich - aber laut lachen und endlich den lieben Gott abends leise bitten, doch wieder auf seine Weise das neue Jahr göttlich selber zu machen.
Ich wollte dir was dedizieren, nein, schenken, was nicht zuviel kostet. Aber was aus Blech ist, rostet, und die Messing-Gegenstände oxydieren. Und was kosten soll es eben doch. Denn aus Mühe mach ich extra noch was hinzu, auch kleine Witze. Wär bei dem, was ich besitze, etwas Altertümliches dabei --- doch was nützt Dir eine Lanzenspitze! An dem Bierkrug sind die beiden Löwenköpfe schon entzwei. Und den Buddha mag ich selber leiden. Und du sammelst keine Schmetterlinge, die mein Freund aus China mitgebracht. Nein - das Sofa und so große Dinge kommen überhaupt nicht in Betracht. Ach, ich hab die ganze letzte Nacht, rumgegrübelt, was ich dir geben könnte. Schlief deshalb nur eine, allerhöchstens zwei von sieben Stunden, und zum Schluß hab ich doch nur dies kleine, lumpige, beschissne Ding gefunden. Aber gern hab ich für dich gewacht. Was ich nicht vermochte, tu du's: Drücke du nun ein Auge zu. Und bedenke, daß ich dir fünf Stunden Wache schenke. Laß mich auch in Zukunft nicht in Ruh.
Aus der Ferne diesen Wunsch: Glückliche Sterne und guten Punsch! Jene für immer, diesen für heut - und nimm nichts schlimmer als Gott es beut. Raffe Dich, sammle Dich, eins, zwei, drei, und verrammle Dich gegen Hinschlepperei. Bricht, was nichts halten will, brich es entzwei! Aber hälst Du still - Ist es vorbei.
Ihr Leute, groß und klein, Ihr wißt, dass heute unser Festtag ist und, dass wir feiern müssen. So fangt nur gleich frühmorgens an und bis die Stern am Himmel stahn, und singt und springt und springt und singt. Denk heute niemand an Gefahr, und ob wir über hundert Jahr den Tag noch feiern werden. Wir haben ihn ja heute noch, Gott sei gelobt! so braucht ihn doch, und macht uns heut das Herz nicht krank und schwer. Denn freilich! Alles Ding vergeht, auch unser Festtag nicht besteht, er wird uns endlich fehlen. Doch nicht so bald - fleht und hofft, er soll noch wiederkommen oft, soll oft noch wiederkommen!