SPRÜCHEVERSUM

Matthias Claudius.

11 Sprüche
Matthias ClaudiusNº 001

Geburtstag, sei mir willkommen! Und fröhlich will ich an Dir sein, das hab' ich mir recht vorgenommen, und trinken Wein, und trinken Wein und singen Lieder - aber Geburtstag, komm doch noch wieder.

Mittel · Heiter
Matthias ClaudiusNº 002

Ihr Leute, groß und klein, ihr wisst, dass heute unser Festtag ist und dass wir feiern müssen. So fangt nur gleich frühmorgens an und bis die Stern am Himmel stehn, und singt und springt und springt und singt. Denk heute niemand an Gefahr, und ob wir über hundert Jahr den Tag noch feiern werden. Wir haben ihn ja heute noch, Gott sei gelobt! so braucht ihn doch, und macht uns heut das Herz nicht krank und schwer. Denn freilich! alles Ding vergeht, auch unser Festtag nicht besteht, er wird uns endlich fehlen. Doch nicht so bald – fleht und hofft, er soll noch wiederkommen oft, soll oft noch wiederkommen!

Lang · Heiter
Matthias ClaudiusNº 003

Und so leuchtet die Welt langsam der Weihnacht entgegen, und der in Händen sie hält, weiß um den Segen.

Mittel · Feierlich
Matthias ClaudiusNº 004

Maria war zu Bethlehem, Wo sie sich schätzen lassen wollte; Da kam die Zeit, daß sie gebären sollte; Und sie gebar ihn – Und als sie ihn geboren hatte und sah den Knaben nackt und bloß; Fühlt sie sich selig, fühlt sich groß, und nahm voll Demut ihn auf ihren Schoß Und freuet sich in ihrem Herzen fein, berührt den Knaben zart und klein Mit Zittern und mit Benedei'n, und wickelt ihn in Windeln ein… Und bettete ihn sanft in eine Krippe hin. Sonst war kein Raum für ihn. Vor Gott gehts göttlich her, und nicht nach Stand und Würden. Herodem läßt er leer, mit seinem ganzen Heer; Und Hirten auf dem Felde bei den Hürden Erwählet er. Sie saßen da und hüteten im Dunkeln ihre Herde, mit unbefangnen, frommen Sinn; Da stand vor ihnen an der Erde, Ein Engel Gottes… und trat zu ihnen hin, und sie umleuchtete des Herren Klarheit, und er sagte ihnen die Wahrheit. Und eilend auf sie standen, Gen Bethlehem zu gehn, und kamen hin und fanden, Ohn' weiteres zu verstehn. Maria und Joseph beide. Und in der Krippe lag zu ihrer großen Freude, in seinem Windelkleide, auf Grummet von der Weide, der Knabe wunderschön. Die Väter hoffeten auf ihn mit Tränen und mit Flehn, und sehnten sich, den Tag des Herrn zu sehn, und sahn ihn nicht. Was Gott bereitete, und von der Welt her heimlich und verborgen war, ward in der Zeiten Fülle offenbar. Die Weisen fielen vor ihm nieder, und gaben ihre Schätze gern, Und gaben Weihrauch, Gold und Myrrhen. Sie sahen seinen Stern, und kannten ihren Heiland, ihren Herrn, und ließen sich das Heu und Stroh nicht irren. Dem Menschen dünkt es wunderbar, und mag es nicht verstehn; doch ist's wahrhaftig wahr! und selig sind die Augen die ihn sehn.

Lang · Feierlich
Matthias ClaudiusNº 005

Er, der Herr der Herrlichkeit, kleidet sich in Niedrigkeit, unser Heiland will er sein, und von Sünde uns befrei’n.

Mittel · Feierlich
Matthias ClaudiusNº 006

Geburtstag, sei mir willkommen! Und fröhlich will ich an dir sein, Das hab ich mir recht vorgenommen, Und trinken Wein Und trinken Wein und singen Lieder - Aber Geburtstag, komm auch, wenigstens noch einmal, wieder.

Mittel · Heiter
Matthias ClaudiusNº 007

Ihr Leute, groß und klein, Ihr wißt, dass heute unser Festtag ist und, dass wir feiern müssen. So fangt nur gleich frühmorgens an und bis die Stern am Himmel stahn, und singt und springt und springt und singt. Denk heute niemand an Gefahr, und ob wir über hundert Jahr den Tag noch feiern werden. Wir haben ihn ja heute noch, Gott sei gelobt! so braucht ihn doch, und macht uns heut das Herz nicht krank und schwer. Denn freilich! Alles Ding vergeht, auch unser Festtag nicht besteht, er wird uns endlich fehlen. Doch nicht so bald - fleht und hofft, er soll noch wiederkommen oft, soll oft noch wiederkommen!

Lang · Heiter
Matthias ClaudiusNº 008

Dass zwei sich richtig lieben, gibt erst der Welt den Sinn, macht sie erst rund und richtig bis an die Sterne hin.

Mittel · Herzlich
Matthias ClaudiusNº 009

Die Liebe hemmet nichts; Sie kennt nicht Tür noch Riegel Und drängt durch alles sich: Sie ist ohn' Anbeginn, Schlug ewig ihre Flügel Und schlägt sie ewiglich.

Mittel · Nachdenklich
Matthias ClaudiusNº 010

Die Freiheit besteht darin, dass man alles tun kann, was einem anderen nicht schadet.

Kurz · Nachdenklich
Matthias ClaudiusNº 011

Selig ist der Mensch, der mit sich selbst in Frieden lebt. Es gibt auf Erden kein größeres Glück.

Mittel · Nachdenklich