Um Bethlehem ging ein kalter Wind, Im Stall war das arme Christuskind. Es lag auf zwei Büschel Grummetheu, Ein Ochs und ein Esel standen dabei. Die Hirten haben es schon gewisst, Dass selbiges Kindlein der Heiland ist. Denn auf dem Felde und bei der Nacht Hat 's ihnen ein Engel zugebracht. Sie haben gebetet und sich gefreut, Und einer sagte: Ihr lieben Leut', Ich glaub's wohl, dass er bei Armen steht, Schon weil's ihm selber so schlecht ergeht.
Ludwig Thoma.
2 Sprüche
So ward der Herr Jesus geboren Im Stall bei der kalten Nacht. Die Armen, die haben gefroren, Den Reichen ward's warm gemacht. Sein Vater ist Schreiner gewesen, Die Mutter war eine Magd. Sie haben kein Geld nicht besessen, Sie haben sich wohl geplagt. Kein Wirt hat ins Haus sie genommen: Sie waren von Herzen froh, Daß sie noch in Stall sind gekommen. Sie legten das Kind auf Stroh. Die Engel, die haben gesungen, daß wohl ein Wunder gescheh'n. Da kamen die Hirten gesprungen Und haben es angeseh'n. Die Hirten, die will es erbarmen, Wie elend das Kindlein sei. Es ist eine G'schicht' für die Armen, Kein Reicher war nicht dabei.