SPRÜCHEVERSUM

Joseph von Eichendorff.

5 Sprüche
Joseph von EichendorffNº 001

Schweigt der Menschen laute Lust: Rauscht die Erde wie in Träumen Wunderbar mit allen Bäumen, Was dem Herzen kaum bewußt, Alte Zeiten, linde Trauer, Und es schweifen leise Schauer Wetterleuchtend durch die Brust.

Mittel · Nachdenklich
Joseph von EichendorffNº 002

Markt und Straßen stehn verlassen, Still erleuchtet jedes Haus, Sinnend geh’ ich durch die Gassen, Alles sieht so festlich aus. An den Fenstern haben Frauen Buntes Spielzeug fromm geschmückt, Tausend Kindlein stehn und schauen, Sind so wunderstill beglückt. Und ich wandre aus den Mauern Bis hinaus in’s freie Feld, Hehres Glänzen, heil’ges Schauern! Wie so weit und still die Welt! Sterne hoch die Kreise schlingen, Aus des Schneees Einsamkeit Steigt’s wie wunderbares Singen – O du gnadenreiche Zeit!

Lang · Nachdenklich
Joseph von EichendorffNº 003

Markt und Straßen stehn verlassen, Still erleuchtet jedes Haus, Sinnend geh’ ich durch die Gassen, Alles sieht so festlich aus. An den Fenstern haben Frauen Buntes Spielzeug fromm geschmückt, Tausend Kindlein stehn und schauen, Sind so wunderstill beglückt. Und ich wandre aus den Mauern Bis hinaus in’s freie Feld, Hehres Glänzen, heil’ges Schauern! Wie so weit und still die Welt! Sterne hoch die Kreise schlingen, Aus des Schneees Einsamkeit Steigt’s wie wunderbares Singen – O du gnadenreiche Zeit!

Lang · Nachdenklich
Joseph von EichendorffNº 004

Wünsche wie die Wolken sind, Schiffen durch die stillen Räume, Wer erkennt im lauen Wind, Ob's Gedanken oder Träume?

Mittel · Nachdenklich
Joseph von EichendorffNº 005

Herz, in Deinen sonnenhellen Tagen halt nicht karg zurück! Allwärts fröhliche Gesellen trifft der Frohe und sein Glück. Sinkt der Stern; alleine wandern magst Du bis ans Ende der Welt - bau Du nur auf keinen andern als auf Gott, der Treue hält.

Lang · Nachdenklich