Freude soll nimmer schweigen. Freude soll offen sich zeigen. Freude soll lachen, glänzen und singen. Freude soll weiterschwingen.
Joachim Ringelnatz.
Ach wie schön, dass Du geboren bist! Gratuliere uns, dass wir Dich haben, dass wir Deines Herzens gute Gaben oft genießen dürfen ohne List.
Ich wollte Dir was dezidieren, nein schenken; was nicht zuviel kostet. Aber was aus Blech ist, rostet, und die Messinggegenstände oxydieren.
Die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt sind die, aus denen man trinkt.
Auch die besessensten Vegetarier beißen nicht gern ins Gras.
Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.
Was wohl Katzen hören, wenn Caruso singt?
Ein Fest naht, ein Fest wie kein anderes. Für alle, die guten Willens sind. Ein Fest, dessen geist die Welt umspannt und über Berge und Täler die Botschaft verkündet: Christ ist geboren.
Die besinnlichen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr haben schon manchen um die Besinnung gebracht.
18. Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle, Mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit, Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle Schöne Blumen der Vergangenheit. Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise, Und das alte Lied von Gott und Christ Bebt durch Seelen und verkündet leise, Dass die kleinste Welt die größte ist.
Schenke groß oder klein, aber immer gediegen. Wenn die Bedachten die Gabe wiegen, sei dein Gewissen rein. Schenke herzlich und frei. Schenke dabei, was in dir wohnt an Meinung, Geschmack und Humor, so dass die eigene Freude zuvor dich reichlich belohnt. Schenke mit Geist ohne List. Sei eingedenk, dass dein Geschenk - Du selber bist.
Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle, Mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit, Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle Schöne Blumen der Vergangenheit. Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise, Und das alte Lied von Gott und Christ Bebt durch Seelen und verkündet leise, Dass die kleinste Welt die größte ist.
Weihnacht war es auf tosender See. Haushohe Wellen an Luv und an Lee. Am Ruder stand Jürgens Claus; Sah bald auf den Kompaß und bald voraus. Die eisernen Speichen lenkte er fest Und führte verwegen Durch Sturm und Regen Das ächzende Schiff nach West-Nord-West. Wuchtige Seen mit schäumender Gischt Fegten das Deck, Doch er wich nicht vom Fleck, Er rührte sich nicht, Ob auch vom Südwester übers Gesicht, Ob von der Stirn in den struppigen Bart Das salzige, eisige Wasser ihm rann. - So etwas bleibt keinem Seemann erspart. Jürgens Claus stand seinen Mann. -- West-Nord-West lag an. Und er sah auf den Kompaß, vom Wetter umtost, Wehrte behende dem tückischen Schwanken Der kleinen Nadel. Doch in Gedanken Flog er gen Ost-Süd-Ost; Flog in ein fernes Fischerhaus. Dort war er daheim, Jürgens Claus. Es war ein armer, Doch traulich warmer Und freundlicher Raum. Die Kuckucksuhr war eben verklungen. Still malte der Feuerschein an den Wänden. Im Lehnstuhl unter dem Weihnachtsbaum Saß Mutter und hielt wie im Traum In ihren alten, zitternden Händen Den letzten Brief von ihrem Jungen. - Er wußte, er war ja ihr einziges Glück. -- 'Was ist der Kurs?' erklang es von oben. 'Recht West-Nord-West!' gab Claus zurück. Die eisernen Speichen lenkte er fest Und führte voll Kraft und kühnem Mut Das ächzende Schiff gen West-Nord-West. Claus Jürgens stand seinen Mann. War es wohl salzige Meeresflut, Was heiß ihm über die Wangen rann?
Ich hab’ in den Weihnachtstagen ich weiß auch warum – mir selbst einen Christbaum geschlagen, der ist ganz verkrüppelt und krumm. Ich bohrte ein Loch in die Diele und steckte ihn da hinein, und stellte rings um ihn viele Flaschen Burgunderwein. Und zierte, um Baumschmuck und Lichter zu sparen, ihn abends noch spät mit Löffeln, Gabeln und Trichter und anderem blanken Gerät. Ich kochte zur heiligen Stunde mir Erbsensuppe mit Speck, und gab meinem fröhlichen Hunde Gulasch und litt seinen Dreck. Und sang aus burgunderner Kehle das Pfannenflickerlied. Und pries mit bewundernder Seele alles das, was ich mied. Es glimmte petroleumbetrunken später der Lampendocht. Ich saß in Gedanken versunken. da hat’s an die Türe gepocht, Und pochte wieder und wieder. Es konnte das Christkind sein. Und klang’s nicht wie Weihnachtslieder! Ich aber rief nicht: “Herein!” Ich zog mich aus und ging leise zu Bett, ohne Angst, ohne Spott, und dankte auf krumme Weise lallend dem lieben Gott.
Schenke herzlich und frei. Schenke dabei, was in dir wohnt an Meinung, Geschmack und Humor, so dass die eigene Freude zuvor dich reichlich belohnt.
Ein Kind – von einem Schiefertafel-Schwämmchen Umhüpft – rennt froh durch mein Gemüt. Bald ist es Weihnacht! – Wenn der Christbaum blüht, Dann blüht er Flämmchen. Und Flämmchen heizen. Und die Wärme stimmt Uns mild. – Es werden Lieder, Düfte fächeln. – Wer nicht mehr Flämmchen hat, wem nur noch Fünkchen glimmt, Wird dann doch gütig lächeln. Wenn wir im Traume eines ewigen Traumes Alle unfeindlich sind – einmal im Jahr! – Uns alle Kinder fühlen eines Baumes. Wie es sein soll, wie’s allen einmal war.
Ich wollte dir was dezidieren, nein schenken; was nicht zuviel kostet. Aber was aus Blech ist, rostet, und die Messinggegenstände oxydieren. Und was kosten soll es eben doch. Denn aus Mühe mach’ ich extra noch was hinzu, auch kleine Witze. Wär’ bei dem, was ich besitze, etwas Altertümliches dabei – doch was nützt dir eine Lanzenspitze! An dem Bierkrug sind die beiden Löwenköpfe schon entzwei. Und den Buddha mag ich selber leiden. Und du sammelst keine Schmetterlinge, die mein Freund aus China mitgebracht. Nein – das Sofa und so große Dinge kommen überhaupt nicht in Betracht. Außerdem gehören sie nicht mir. Ach, ich hab’ die ganze letzte Nacht rumgegrübelt, was ich dir geben könnte. Schlief deshalb nur eine, allerhöchstens zwei von sieben Stunden, und zum Schluß hab’ ich doch nur dies kleine, lumpige beschißne Ding gefunden. Aber gern hab’ ich für dich gewacht. Was ich nicht vermochte, tu du’s: Drücke du nun ein Auge zu. Und bedenke, dass ich dir fünf Stunden Wache schenke. Lass mich auch in Zukunft nicht in Ruh.
Ach, wie schön, dass Du geboren bist! Gratuliere uns, dass wir Dich haben, Dass wir Deines Herzens gute Gaben Oft genießen dürfen ohne List. Deine Mängel, Deine Fehler sind Gegen das gewogen harmlos klein. Heut nach vierzig Jahren wirst du sein: Immer noch ein Geburtstagskind. Möchtest Du: nie lange traurig oder krank Sein. Und wenig Hässliches erfahren.- Deinen Eltern sagen wir unseren Fröhlichen Dank dafür, Dass sie Dich gebaren. Gott bewirke Dir Alle Deine Schritte; Ja, das wünschen wir,
Was würdet Ihr tun, wenn Ihr ein neues Lebensjahr regieren könntet? Ich würde vor Aufregung wahrscheinlich die ersten Nächte schlaflos verbringen und darauf tagelang ängstlich und kleinlich ganz dumme, selbstsüchtge Pläne schwingen. Dann - hoffentlich - aber laut lachen und endlich den lieben Gott abends leise bitten, doch wieder auf seine Weise das neue Jahr göttlich selber zu machen.
Ich habe dich so lieb! Ich würde dir ohne Bedenken Eine Kachel aus meinem Ofen Schenken!
Ein Mann kommt in die Jahre, wenn seine Schulden immer älter und seine Freundinnen immer jünger werden.
Freude soll nimmer schweigen. Freude soll offen sich zeigen. Freude soll lachen, glänzen und singen. Freude soll danken ein Leben lang. Freude soll dir die Seele durchschauern. Freude soll weiterschwingen. Freude soll dauern Ein Leben lang.
Ach, wie schön, dass Du geboren bist! Gratuliere uns, dass wir Dich haben, Dass wir Deines Herzens gute Gaben Oft genießen dürfen ohne List. Deine Mängel, Deine Fehler sind Gegen das gewogen harmlos klein. Heut nach vierzig Jahren wirst du sein: Immer noch ein Geburtstagskind. Möchtest Du: nie lange traurig oder krank Sein. Und wenig Hässliches erfahren.- Deinen Eltern sagen wir unseren Fröhlichen Dank dafür, Dass sie Dich gebaren. Gott bewirke Dir Alle Deine Schritte; Ja, das wünschen wir, Deine Freunde und darunter (bitte) Dein
Was würdet Ihr tun, wenn Ihr ein neues Lebensjahr regieren könntet? Ich würde vor Aufergung wahrscheinlich die ersten Nächte schlaflos verbringen und darauf tagelang ängstlich und kleinlich ganz dumme, selbstsüchtige Pläne schwingen. Dann - hoffentlich - aber laut lachen und endlich den lieben Gott abends leise bitten, doch wieder auf seine Weise das neue Jahr göttlich selber zu machen.
Ich wollte dir was dedizieren, nein, schenken, was nicht zuviel kostet. Aber was aus Blech ist, rostet, und die Messing-Gegenstände oxydieren. Und was kosten soll es eben doch. Denn aus Mühe mach ich extra noch was hinzu, auch kleine Witze. Wär bei dem, was ich besitze, etwas Altertümliches dabei --- doch was nützt Dir eine Lanzenspitze! An dem Bierkrug sind die beiden Löwenköpfe schon entzwei. Und den Buddha mag ich selber leiden. Und du sammelst keine Schmetterlinge, die mein Freund aus China mitgebracht. Nein - das Sofa und so große Dinge kommen überhaupt nicht in Betracht. Ach, ich hab die ganze letzte Nacht, rumgegrübelt, was ich dir geben könnte. Schlief deshalb nur eine, allerhöchstens zwei von sieben Stunden, und zum Schluß hab ich doch nur dies kleine, lumpige, beschissne Ding gefunden. Aber gern hab ich für dich gewacht. Was ich nicht vermochte, tu du's: Drücke du nun ein Auge zu. Und bedenke, daß ich dir fünf Stunden Wache schenke. Laß mich auch in Zukunft nicht in Ruh.
Ich habe heute wieder lange gebrütet und nach Geburtstagsreimen gehetzt. Ich habe gediftelt. Ich habe gewütet. Und zuletzt das ganze Geschreibsel zerfetzt. Da dachte ich, wie das oft geht: Wenn Vater hinter dir steht – und der sieht dich so krampfhaft dichten, dann sagt er: „Ach, mach doch keine Geschichten!“ Und wir sprechen kein Wörtchen vom Geburtstagsallerlei, von den Wünschen, die ich ihm niederschrieb. Wir küssen uns stumm und fühlen dabei – wir haben einander so herzlich lieb.
Der du meine Wege mit mir gehst, Jede Laune meiner Wimper spürst, Meine Schlechtigkeiten duldest und verstehst - Weißt du wohl, wie heiß du mich oft rührst? Wenn ich tot bin, darfst du gar nicht trauern. Meine Liebe wird mich überdauern und in fremden Kleidern dir begegnen Und dich segnen. Lebe, lache gut! Mache deine Sache gut!