Nun leuchten wieder die Weihnachtskerzen und wecken Freude in allen Herzen. Ihr lieben Eltern, in diesen Tagen, was sollen wir singen, was sollen wir sagen? Wir wollen euch wünschen zum heiligen Feste vom Schönen das Schönste, vom Guten das Beste! Wir wollen euch danken für alle Gaben und wollen euch immer noch lieber haben.
Gustav Falke.
Durch den Flockenfall klingt süßer Glockenschall, ist in der Winternacht ein süßer Mund erwacht. Herz, was zitterst du den süßen Glocken zu? Was rührt den tiefen Grund dir auf der süße Mund? Was verloren war, du meintest, immerdar, das kehrt nun all zurück, ein selig Kinderglück. O du Nacht des Herrn mit deinem Liebesstern, aus deinem reinen Schoß ringt sich ein Wunder los.
Nun kommen die vielen Weihnachtsbäume aus dem Wald in die Stadt herein. Träumen sie ihre Waldesträume wieder beim Laternenschein? Könnten sie sprechen! Die holden Geschichten von der Waldfrau, die Märchen webt, was wir uns erst alles erdichten, sie haben das alles wirklich erlebt. Da steh'n sie nun an den Straßen und schauen wunderlich und fremd darein, als ob sie der Zukunft nicht trauen, es muß doch was im Werke sein! Freilich, wenn sie dann in den Stuben im Schmuck der hellen Kerzen stehn, und den kleinen Mädchen und Buben in die glänzenden Augen sehn. Dann ist ihnen auf einmal, als hätte ihnen das alles schon mal geträumt, als sie noch im Wurzelbette den stillen Waldweg eingesäumt. Dann stehen sie da, so still und selig, als wäre ihr heimlichstes Wünschen erfüllt, als hätte sich ihnen doch allmählich ihres Lebens Sinn enthüllt; Als wären sie für Konfekt und Lichter vorherbestimmt, und es müßte so sein, und ihre spitzen Nadelgesichter sehen ganz verklärt darein.
Zeit der Weihnacht, immer wieder rührst du an mein altes Herz, führst es fromm zurück in sein früh’stes Glück, kinderheimatwärts. Sterne leuchten über Städte, über Dörfer rings im Land. Heilig still und weiß liegt die Welt im Kreis unter Gottes Hand. Kinder singen vor den Türen: “Stille Nacht, heilige Nacht!” Durch die Scheiben bricht hell ein Strom von Licht, aller Glanz erwacht. Und von Turm zu Turm ein Grüßen, und von Herz zu Herz ein Sinn, und die Liebe hält aller Welt ihre beiden Hände hin.
Färbte nicht mein kleines Lied Höher dir die Wangen? Schuf dir nicht mein kleines Lied Heimlich Herzverlangen? Drücktest du auf jeden Reim Nicht die lieben Lippen, Wie die Bienen süßen Seim Von den Blumen nippen? Alles dieses träumt' ich mir, Als ich es beschrieben, Oder ist dir nur Papier, Nichts als das, mein Lieben? Und durch alle Felder fegt's, Hui, der Wind, der rasche? Oder auf dem Herde legt's Küchenglut in Asche?