Ich wünsche, dass dein Glück sich jeden Tag erneue, Dass eine gute Tat dich jede Stund' erfreue!
Friedrich Rückert.
Wann sein and'rer Spiegel dir Will die Jugend zeigen, In des Liedes Spiegel hier Ist sie noch dein eigen.
Füge dich der Zeit, erfülle deinen Platz und räum ihn auch getrost: Es fehlt nicht an Ersatz!
Becherrand und Lippen, zwei Korallenklippen, wo auch die gescheitern Schiffer gerne scheitern.
Ein Festtag soll dich stärken zu deines Werktags Werken, dass du an dein Geschäfte mitbringest frische Kräfte.
Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm, Waren Kisten und Kasten so schwer. Als ich wiederkam, als ich wiederkam, war alles leer.
Ich wünsche, dass dein Glück sich jeden Tag erneue, dass eine gute Tat dich jede Stund erfreue! Und wenn nicht eine Tat, so doch ein gutes Wort, das selbst im Guten wirkt, zu guten Taten fort. Und wenn kein Wort, doch ein Gedanke schön und wahr, der Dir die Seele mach und rings die Schöpfung klar.
Ein Spiegel bist du nicht allein der Welt, sie ist ein Spiegel auch, darin du selbst dich schauend bist.
Mit vierzig Jahren ist der Berg erstiegen, wir stehen still und schau’n zurück, dort sehen wir der Kindheit stilles liegen und dort der Jugend lautes Glück. Noch einmal schau, und dann gekräftigt weiter. Erhebe deinen Wanderstab! Hin dehnt ein Bergesrücken sich, ein breiter, und hier nicht, drüben gehts bergab. Nicht atmend aufwärts brauchst du mehr zu steigen, die Ebne zieht von selbst dich fort; dann wird sie sich mit dir unmerklich neigen, und eh du’s denkst, bist du im Port.
Sind ein Paar kalter Freunde Winter und Alter: Winter schröpfend, Alter erschöpfend; Winter zwackend, Alter plackend; Winter pustend, Alter hustend; Winter geht, Alter steht: Gerne wär' ich der beiden quitt, nähme Winter das Alter mit.
Wer zwingen will die Zeit, den wird sie selber zwingen; Wer sie gewähren lässt, dem wird sie Rosen bringen.
Was unvollkommen ist, das soll vollkommen werden; denn nur zum Werden, nicht zum Sein, sind wir auf Erden.
Gut ist's, einen Wunsch zu hegen In der Brust geheimstem Schrein, Mit dem Wahn, an ihm gelegen Sei dein volles Glück allein. Gut ist's, daß der Himmel immer Dir verschiebt die Wunschgewähr Denn beglückt, du wärst es nimmer, Und du hofftest es nicht mehr.
Ein Festtag soll dich stärken zu deines Werktags Werken, dass du an dein Geschäfte mitbringst frische Kräfte. Du darfst nicht in den Freuden die Kräfte selbst vergeuden; neu sollen sie ersprießen aus mäßigem Genießen.
Dein wahrer Freund ist nicht, wer Dir den Spiegel hält, der Schmeichelei, worin Dein Bild Dir selbst gefällt. Dein wahrer Freund ist, wer Dich sein lässt Deine Flecken, und sie Dir tilgen hilft, eh’ Feinde sie entdecken.
Von deinen Kindern lernst du mehr, als sie von dir. Sie lernen eine Welt von dir, die nicht mehr ist, Du lernst von ihnen eine, die nun wird und gilt.
Du hattest kein Glück, und ich hatte keins; Wir nahmen einander, nun haben wir eins. Wo haben wir es denn hergenommen? Es ist vom Himmel auf uns gekommen.
Du meine Seele, du mein Herz, Du meine Wonn, o du mein Schmerz, Du meine Welt, in der ich lebe, Mein Himmel du, darein ich schwebe, O du mein Grab, in das hinab Ich ewig meinen Kummer gab. Du bist die Ruh, du bist der Frieden, Du bist der Himmel mir beschieden. Daß du mich liebst, macht mich mir wert, Dein Blick hat mich vor mir verklärt, Du hebst mich liebend über mich, Mein guter Geist, mein bessres Ich!
Ich liebe dich, weil ich dich lieben muß; Ich liebe dich, weil ich nichts anders kann; Ich liebe dich nach einem Himmelschluß; Ich liebe dich durch einen Zauberbann. Dich lieb' ich, wie die Rose ihren Strauch; Dich lieb' ich, wie die Sonne ihren Schein; Dich lieb' ich, weil du bist mein Lebenshauch; Dich lieb' ich, weil dich lieben ist mein Sein.
Du bist die Rose meiner Liebe, Die Ros’ auf meines Herzens Flur Es waren andre Blumentriebe Vorahnung meiner Rose nur. Es kam der Flor, dass er zerstiebe, Verschwinden musste jede Spur, Dass Raum für meine Rose bliebe, Die mir zu bleiben ewig schwur.
Ich denk' an dich, und meine Seele ruht In dem Gedanken aus an dich, Dem Schiffer gleich, der aus bewegter Flut Zum stillen Hafen rettet sich. Als wie am Tag ein wilder Vogel fliegt, Waldaus, waldein, nach seiner Lust, Doch bei der Nacht ins weiche Nest sich schmiegt, So schmieg' ich mich an deine Brust. Ich ruh' in dir, in deiner Liebe ruht Der Drang der Seele wild und scheu; Unsicher ist des Lebensmeeres Flut, Und du allein bist ewig treu.
Wissen möcht' ich nur, wie lange Ich dir spielen könnt' im Haar, Oder streicheln an der Wange, Oder sehn ins Augenpaar; Wissen möcht' ich, ob auf Erden Noch ein solches Spiel es giebt. Das man, ohne müde werden, Treiben kann als wie man liebt.
Die Liebe sprach: In der Geliebten Blicke Mußt du den Himmel suchen, nicht die Erde, Daß sich die beßre Kraft daran erquicke, Und dir das Sternbild nicht zum Irrlicht werde. Die Liebe sprach: In der Geliebten Auge Mußt du das Licht dir suchen, nicht das Feuer, Daß dir's zur Lamp' in dunkler Klause tauge, Nicht dir verzehre deines Lebens Scheuer. Die Liebe sprach: In der Geliebten Wonne Mußt du die Flügel suchen, nicht die Fesseln, Daß sie dich aufwärts tragen zu der Sonne, Nicht niederziehn zu Rosen und zu Nesseln.
Du bist ein Schatten am Tage Und in der Nacht ein Licht; Du lebst in meiner Klage Und stirbst im Herzen nicht. Wo ich mein Zelt aufschlage, Da wohnst du bei mir dicht; Du bist mein Schatten am Tage Und in der Nacht mein Licht. Wo ich auch nach dir frage, Find ich von dir Bericht, Du lebst in meiner Klage Und stirbst im Herzen nicht. Du bist ein Schatten am Tage Und in der Nacht ein Licht; Du lebst in meiner Klage Und stirbst im Herzen nicht.
Mit vierzig Jahren ist der Berg erstiegen, wir stehen still und schaun zurück. Dort sehen wir der Kindheit stilles liegen und dort der Jugend lautes Glück. Noch einmal schau, und dann gekräftigt weiter erhebe deinen Wanderstab! Hindehnt ein Bergesrücken sich, ein breiter, und hier nicht, drüben gehts hinab. Nicht atmend aufwärts brauchst du mehr zu steigen, die Ebne zieht von selbst dich fort; dann wird sie sich unmerklich mit dir neigen, und eh du's denkst, bist du im Port.
Frage nicht, was das Geschick morgen wird beschließen; unser ist der Augenblick, lass uns den genießen.
Dein Auge kann die Welt trüb oder hell dir machen. Wie du sie ansiehst, wird sie weinen oder lachen.
Gebt euren Kindern schöne Namen, darin ein Beispiel nachzuahmen, ein Muster vorzuhalten sei. Sie werden leichter es vollbringen, sich guten Namen zu erringen, denn Gutes wohnt dem Schönen bei.