SPRÜCHEVERSUM

Ernst Moritz Arndt.

6 Sprüche
Ernst Moritz ArndtNº 001

Prangst du, schöner Weihnachtsbaum, Meiner Kindheit goldner Traum? Strahlst du, süßes Himmelslicht, Das die Heidenwelt durchbricht? Bist du, Sehnsucht aller Frommen, Heut zur Welt herabgekommen? Ja, es kam ein Kindlein klein, Dass wir sollten selig sein: Denn aus diesem Kindlein klein Glänzte heller Gottesschein, Engel klangen Jubellieder Auf die dunkle Erde nieder. Herrlich ging der Morgenstern Alles Lichtes auf vom Herrn. Über alle Welten weit Jauchzt und klingt und singt es heut Hell aus Millionen Seelen, Was die Engel sich erzählen. Schau’ mein Herz, schau fromm und still Was der Baum dir sagen will: Dass der süsse Jesus Christ Heut zu uns gekommen ist, Dass, dem alle Engel dienen, Als dein Bruder ist erschienen. Bete, schaue fromm und still, Was der Baum dir sagen will: Hell wie dieses Tages Schein, Hoch und hell und klar und rein Soll der Christen fröhlich Leben Von der Erd’ zum Himmel schweben.

Lang · Feierlich
Ernst Moritz ArndtNº 002

Blüh denn, leuchte, goldner Baum, Erdentraum und Himmelstraum; blüh und leuchte in Ewigkeit durch die arme Zeitlichkeit! Sei uns Bild und sei uns Schein, dass wir sollen fröhlich sein, fröhlich durch den süßen Christ, der des Lebens Leuchte ist. Sei uns Bild und sei uns Schein, dass wir sollen tapfer sein auf des Lebens Pilgerbahn, kämpfend gegen Lug und Wahn. Sei uns Bild und sei uns Schein, dass wir sollen heilig sein, rein wie Licht und himmelsklar, wie das Kindlein Jesus war!

Lang · Feierlich
Ernst Moritz ArndtNº 003

Die Liebe ist die Schöpferin und Meisterin aller Dinge und Gottes älteste Gesellin.

Kurz · Nachdenklich
Ernst Moritz ArndtNº 004

Und klingst du immer Liebe wieder? Und immer nur denselben Ton? Und weißt du keine andern Lieder Als Gottes Sohn, von Gottes Sohn? Muß er dein Licht, dein Glanz, dein Schein, Muß er dein Alles, Alles sein? Ja, er allein: in diesem Namen, In diesem allerschönsten Ton, Klingt aller Himmel Himmel Amen, Das Heilig! Heilig! klingt vom Sohn, Und Cherubim und Seraphim Anbetend knien sie hin vor ihm. Ja, er allein: soweit die Winde Das grüne Erdenrund umwehn, Muß nun im Klang vom hohen Kinde, Das Mensch ward, aller Jubel gehn: Es klinget kein so süßer Ton Als von dem Sohn und aus dem Sohn. Nein, nimmer lernt es andre Lieder Das arme, sündenkranke Herz, Nein, nimmer klingt es andres wieder Als jener Sehnsucht süßen Schmerz Vom Menschensohn, vom Gottessohn, Dies bleibt das Lied, der Klang, der Ton. Du bleibst das Lied, du liebste Liebe, Du bleibst die Sehnsucht, schönstes Bild, Du Licht der Lichter, Trieb der Triebe, Woraus der Himmel Wonne quillt: Mein Herz klingt deine Herrlichkeit Von nun an bis in Ewigkeit.

Lang · Feierlich
Ernst Moritz ArndtNº 005

Bau dein Nest, weil der Frühling währet, Luftig bau es in die Welt hinein; Wagen gewinnt, Schwäche zerrinnt. Wage! Dulde! Die Welt ist dein!

Mittel · Nachdenklich
Ernst Moritz ArndtNº 006

Wer im Großen siegen will, sei im Kleinen fleißig; von eins, zwei kommt man zu drei, von dem Drei zu Dreißig.

Mittel · Nachdenklich