Nicht lange will ich meine Wünsche wählen, bescheiden wünsch ich zweierlei: Noch fünfzig solcher Tage sollst du zählen, und allemal sei ich dabei.
Eduard Mörike.
Man sagt, an solchen Tagen sei es Pflicht, sich selber einen Spiegel vorzuhalten: Ich bring ihn Dir, verschmäh' dies Blümchen nicht! Es soll Dir Deinen eignen Wert entfalten.
So wunderbar empfand ich es, so neu, Dass noch bestehe Freundeslieb und Treu! Dass uns so sichrer Gegenwart Genuss Zusammenhaelt in Lebensueberfluss!
Lebe wohl! – du fühlest nicht, was es heißt, dies Wort der Schmerzen, mit getrostem Angesicht sagest du's und leichtem Herzen. Lebe wohl! – Ach, tausendmal hab' ich es mir vorgesprochen und, in nimmersatter Qual, mir das Herz damit zerbrochen!
Zum letztenmal betritt mein scheuer Fuß Den Ort der Liebe, den ich hassen muß. Vor diesem Abschied wehret sich mein Herz Und krümmt sich wimmernd im verwaisten Schmerz!
Gesegnet sei die heilige Nacht, die uns das Licht der Welt gebracht! – Wohl unterm lieben Himmelszelt die Hirten lagen auf dem Feld. Ein Engel Gottes, licht und klar, mit seinem Gruß tritt auf sie dar. Vor Angst sie decken ihr Angesicht, da spricht der Engel: "Fürcht't euch nicht!" "Ich verkünd euch große Freud: Der Heiland ist geboren heut." Da gehn die Hirten hin in Eil, zu schaun mit Augen das ewig Heil; zu singen dem süßen Gast Willkomm, zu bringen ihm ein Lämmlein fromm. – Bald kommen auch gezogen fern die heilgen drei König' mit ihrem Stern. Sie knieen vor dem Kindlein hold, schenken ihm Myrrhen, Weihrauch, Gold. Vom Himmel hoch der Engel Heer frohlocket: "Gott in der Höh sei Ehr!"
Zur Eröffnung eines Albums (Auf einen Geburtstag) Ein Album! Schneeweiß Pergamentpapier, und Schnitt und Decke schön verziert mit Golde! Nicht wahr, wenn sich's nur nicht so langsam füllen wollte mit Sprüchen, Bildern, hundertfacher Zier? Zur Hälfte wenigstens säh man es zu gern schon ausstaffiert, geistreich von Damenhänden und, hätten sie was Kluges dreinzuspenden, zur Not wohl auch von dem und jenem Herrn? Geduld, mein Kind! Es blicken diese Blätter dich heut' wie deine künft'gen Jahre an; die Muse weiht den ausgeworf'nen Plan – wie er sich fülle, wissen nur die Götter! Auch wird dies Buch von einem vollen Leben zuletzt nur ein schöner Auszug eben, und wieviel Holdes auf den Seiten steht, von Lieb' und Freundschaft, sonnenhellen Tagen: Was unsichtbar dazwischen geht, ist köstlicher, als was die Blätter sagen.
So wunderbar empfand ich es, so neu, Dass noch bestehe Freundeslieb und Treu! Dass uns so sichrer Gegenwart Genuss Zusammenhält in Lebensüberfluss!
Zum Sechzigsten fehlt nur noch eins: In Gottes Namen immer weiter! Nur mutig, nur gesund und heiter! Dein Glück, Dein Leben ist auch meins.
Getrost! So darf ich laut es zeugen. Ein würdig Herz hast du gewählt: selbst böser Neid bekennt mit Schweigen, dass nichts zu deinem Glücke fehlt.
Wie golden winkt die neue Schwelle Des Lebens jedem jungen Paar! Doch weiß man, daß nicht stets helle Der Mittag wie der Morgen war.
Wie golden winkt die neue Schwelle des Lebens jedem jungen Paar! Doch weiß man, das nicht stets helle der Mittag wie der Morgen war.
Nicht lange will ich meine Wünsche wählen, bescheiden wünsch ich zweierlei: Noch fünfzig solcher Jahre sollst du zählen und allemal sei ich dabei!
Mit einer Feder Wie, wenn ich Freunden sonst an solchem Tage schrieb, Das beste Wort durchaus mir in der Feder blieb, So wag’ ich heut (wird mir’s zu Danke glücken?) Nur eben gleich die Feder selbst zu schicken.