SPRÜCHEVERSUM

Conrad Ferdinand Meyer.

3 Sprüche
Conrad Ferdinand MeyerNº 001

Was langsam reift, das altert spät.

Kurz · Nachdenklich
Conrad Ferdinand MeyerNº 002

Da die Hirten ihre Herde Ließen und des Engels Worte Trugen durch die niedre Pforte Zu der Mutter und dem Kind, Fuhr das himmlische Gesind Fort im Sternenraum zu singen, Fuhr der Himmel fort zu klingen: "Friede, Friede! auf der Erde!" Seit die Engel so geraten, O wie viele blutge Taten Hat der Streit auf wildem Pferde, Der geharnischte, vollbracht! In wie mancher heil'gen Nacht Sang der Chor der Geister zagend, Dringlich flehend, leis verklagend: "Friede, Friede...auf der Erde!" Doch es ist ein ew'ger Glaube, Daß der Schwache nicht zum Raube Jeder frechen Mordgebärde Werde fallen allezeit: Etwas wie Gerechtigkeit Webt und wirkt in Mord und Grauen, Und ein Reich will sich erbauen, Das den Frieden sucht der Erde. Mählich wird es sich gestalten, Seines heil'gen Amtes walten, Waffen schmieden ohne Fährde, Flammenschwerter für das Recht, Und ein königlich Geschlecht Wird erblühn mit starken Söhnen, Dessen helle Tuben dröhnen: Friede, Friede auf der Erde!

Lang · Nachdenklich
Conrad Ferdinand MeyerNº 003

Gegen meine 60 Jahre hätte ich viel einzuwenden, wenn es ein anderes Mittel gäbe, leben zu bleiben, als das, alt zu werden.

Mittel · Nachdenklich