Dein Sein gilt, nicht dein Schein.
Christian Morgenstern.
Je älter ich werde, desto mehr wird ein Wort mein Wort vor allen: Grotesk.
Den Charakter eines Menschen erkennt man an den Scherzen, die er übel nimmt.
Alles fügt sich und erfüllt sich musst es nur erwarten können und dem Werden deines Glückes Jahr und Felder reichlich gönnen.
Katzen, diese Wesen, haben die unmenschliche Geduld der Erde; das ist ein Jahr, was für den Menschen nur eine Sekunde.
Die Selbstachtung einer Katze ist außerordentlich.
Es war einmal ein Tännelein mit braunen Kuchenherzlein und Glitzergold und Äpflein fein und vielen bunten Kerzlein: Das war am Weihnachtsfest so grün als fing es eben an zu blühn. Doch nach nicht gar zu langer Zeit, da stands im Garten unten, und seine ganze Herrlichkeit war, ach, dahingeschwunden, die grünen Nadeln war'n verdorrt, die Herzlein und die Kerzlein fort. Bis eines Tags der Gärtner kam, den fror zu Haus im Dunkeln, und es in seinen Ofen nahm - Hei! Tats da sprühn und funkeln! Und flammte jubelnd himmelwärts in hundert Flämmlein an Gottes Herz.
Alles fügt sich und erfüllt sich, musst es nur erwarten können und dem Werden deines Glückes Jahr' und Felder reichlich gönnen. Bis du eines Tages jenen reifen Duft der Körner spürest und dich aufmachst und die Ernte in die tiefen Speicher führest.
Es gibt ein sehr probates Mittel Die Zeit zu halten am Schlawittel: Man nimmt die Taschenuhr zur Hand Und folgt dem Zeiger unverwandt.
Das Perfekt und das Imperfekt tranken Sekt. Sie stiessen auf Futurum an (was man wohl gelten lassen kann) Plusquamper und Exaktfutur blinzten nur.
Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.
Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern da, wo man verstanden wird.
Es ist Nacht, und mein Herz kommt zu dir, hält's nicht aus, hält's nicht aus mehr bei mir. Legt sich dir auf die Brust, wie ein Stein, sinkt hinein, zu dem deinen hinein. Dort erst, dort erst kommt es zur Ruh, liegt auf dem Grund seines ewigen Du.
Ich liebe dich, du Seele, die da irrt im Tal des Lebens nach dem rechten Glücke, ich liebe dich, die manch ein Wahn verwirrt, der manch ein Traum zerbrach in Staub und Stücke. Ich liebe deine armen wunden Schwingen, die ungestoßen in mir möchten wohnen; ich möchte dich mit Güte ganz durchdringen; ich möchte dich in allen Tiefen schonen.
Du bist mein Land, ich deine Flut, die sehnend dich ummeeret; Du bist der Strand, dazu mein Blut ohn’ Ende wiederkehret. An dich geschmiegt, mein Spiegel wiegt das Licht der tausend Sterne; und leise rollt dein Muschelgold in meine Meergrundferne.
Hier im Wald mit dir zu liegen, moosgebettet, windumatmet, in das Flüstern, in das Rauschen leise liebe Worte mischend, öfter aber noch dem Schweigen lange Küsse zugesellend, unerschöpflich - unersättlich, hingegebne, hingenommne, ineinander aufgelöste, zeitvergeßne, weltvergeßne. Hier im Wald mit dir zu liegen, moosgebettet, windumatmet.
Leise Lieder sing ich dir bei Nacht, Lieder, die kein sterblich Ohr vernimmt, noch ein Stern, der etwa spähend wacht, noch der Mond, der still im Äther schwimmt; denen niemand als das eigne Herz, das sie träumt, in tiefer Wehmut lauscht, und an denen niemand als der Schmerz, der sie zeugt, sich kummervoll berauscht. Leise Lieder sing ich dir bei Nacht, dir, in deren Aug mein Sinn versank, und aus dessen tiefem, dunklen Schacht meine Seele ewige Sehnsucht trank.
Sternengold entreiß ich dem nächtlichen All, schmiede draus ein leuchtendes Diadem, und um deine züchtige Stirne flecht ich mit zitternder Hand es, Geliebte! Sonnengold entwend ich dem Tagesgestirn, winde draus einen siebenfach strahlenden Ring, und an deine Hand, die reine, füg ich in sprachlosem Glück ihn, Geliebte! Blütenduft erhasch ich und Mondenglanz, webe draus einen schimmernden Schleier dir, und um deine Gestalt, die keusche, lege ich zärtlich und leis ihn, Geliebte! Was mir etwa entfiel beim wonnigen Werk, raff ich auf und spinne mir Saiten draus, süße, selige Weisen tönend - alle für dich nur, für dich nur, Geliebte!
Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden.
Jede Krankheit hat ihren besonderen Sinn, denn jede Krankheit ist eine Reinigung; man muss nur herausbekommen, wovon.
Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.
Wer Gott aufgibt, der löscht die Sonne aus, um mit einer Laterne weiter zu wandeln.
Du gehst heut an den Tisch des Herrn, du bist sein lieber Gast. Wir alle haben dich sehr gern. Fern sei dir jede Last. Dein Lebensweg sei bunt und hell, verschlungen sei er nicht. Und bleib ein lustiger Gesell, mach stets ein froh Gesicht!
Zwischen Weinen und Lachen schwingt die Schaukel des Lebens, zwischen Weinen und Lachen fliegt in ihr der Mensch.