Morgen kommt der Weihnachtsmann, Kommt mit seinen Gaben.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben.
Morgen kommt der Weihnachtsmann, Kommt mit seinen Gaben. Trommel, Pfeife und Gewehr, Fahn und Säbel und noch mehr, Ja ein ganzes Kriegesheer, Möcht' ich gerne haben. Bring' uns, lieber Weihnachtsmann, Bring' auch morgen, bringe, Musketier und Grenadier, Zottelbär und Panthertier, Ross und Esel, Schaf und Stier, Lauter schöne Dinge. Doch du weißt ja unsern Wunsch, Kennest unsere Herzen. Kinder, Vater und Mama, Auch sogar der Großpapa, Alle, alle sind wir da, Warten dein mit Schmerzen.
Zwar ist das Jahr an Festen reich, Doch ist kein Fest dem Feste gleich, Worauf wir Kinder Jahr aus Jahr ein Stets harren in süßer Lust und Pein. O schöne, herrliche Weihnachtszeit, Was bringst du Lust und Fröhlichkeit! Wenn der heilige Christ in jedem Haus Teilt seine lieben Gaben aus. Und ist das Häuschen noch so klein, So kommt der heilige Christ hinein, Und Alle sind ihm lieb wie die Seinen, Die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen. Der heilige Christ an Alle denkt, Ein Jedes wird von ihm beschenkt. Drum lasst uns freu'n und dankbar sein! Er denkt auch unser, mein und dein.
Ich lag und schlief; da träumte mir ein wunderschöner Traum: Es stand auf unserm Tisch vor mir ein hoher Weihnachtsbaum. Und bunte Lichter ohne Zahl, die brannten ringsumher; die Zweige waren allzumal von goldnen Äpfeln schwer. Und Zuckerpuppen hingen dran; das war mal eine Pracht! Da gab's, was ich nur wünschen kann und was mir Freude macht. Und als ich nach dem Baume sah und ganz verwundert stand, nach einem Apfel griff ich da, und alles, alles schwand. Da wacht' ich auf aus meinem Traum, und dunkel war's um mich. Du lieber, schöner Weihnachtsbaum, sag an, wo find' ich dich? Da war es just, als rief er mir: "Du darfst nur artig sein; dann steh' ich wiederum vor dir; jetzt aber schlaf nur ein! Und wenn du folgst und artig bist, dann ist erfüllt dein Traum, dann bringet dir der heil'ge Christ den schönsten Weihnachtsbaum.
Ist kein schönerer Tag doch In der Welt so wie heut! Und es hat unser Herze Sich noch nie so gefreut. Ja, wir freuen uns Alle Heissa heissassa sa! Denn es ist dein Geburtstag, Lieber, guter Papa! Und wir wanden dir Kränze, Und wir flochten hinein Unsre innigsten Wünsche Für dein Wohl und Gedeih'n. Sei so froh wie die Blumen, Wie die Blätter so grün! Mag für uns, deine Lieben, Stets dein Leben so blüh'n!
Heute will ich fröhlich sein, Heute guter Dinge, Und auch du, mein Döckelein, Komm' und tanz' und springe! Ist der heil'ge Christ ins Haus Heut schon eingekehret? Hat der heil'ge Nikolaus Uns was einbescheeret? Nein, so hört es denn von mir, Hört es, lieben Leute! Den Geburtstag feiern wir Unsers Papa's heute. Darum will ich fröhlich sein, Heißa! guter Dinge, Und auch du, mein Döckelein, Komm' und tanz' und springe!
Wie schön, daß in des Herbstes Tagen Noch Blumen blüh'n in Pracht und Glanz, Als wollten sie uns Kindern sagen: »Wir blühen nur für euch zum Kranz. Ihr sollt zum Kranz uns heute reihen, So schön, wie sich es machen läßt, Und dem Papa als Glückwunsch weihen, Denn heut ist sein Geburtstagsfest.« Es ist erfüllt der Blumen Bitte, Nimm unsern Glückwunsch freundlich an: O bleib' bei uns in unsrer Mitte Und freue dich mit uns fortan! Wir wollen dir auf allen Wegen Auch liebe gute Kinder sein; Wir flehen Gott um Seinen Segen, Und was wir fleh'n, wird Er verleih'n.
Was eine Kinderseele aus jedem Blick verspricht! So reich ist doch an Hoffnung ein ganzer Frühling nicht. Wie uns ein Veilchen kündet Den Frühling schon im März, So ward dein Kind ein Frühling Für dich, o Mutterherz! Es wird zur Rose werden, In Zucht und Sittsamkeit, Und dir erneu'n auf Erden die eigne Frühlingszeit.
Wo liebend sich zwei Herzen einen, nur eins zu sein in Freud und Leid, da muss des Himmels Sonne scheinen und heiter lächeln jede Zeit.
Der Wunder größtes ist die Liebe.
Früher durft ich nicht auf Erden Nahen dir durch Zeit und Raum, Durfte weiter dir nichts werden Als dein Sehnen und dein Traum. Freundlich tret ich jetzt entgegen Dir als Wahrheit sonnenrein, Will dein Frieden, Heil und Segen, Will dein Trost und Reichtum sein. Meine Augen will ich spenden Dir als Morgenschatz sogleich, Und die Welt an allen Enden Wird durch sie dein Himmelreich. Und ich selbst bin dir Gewährung, Angeschmiegt an deine Brust; Alles wird dir, auch Entbehrung Wird Genuß und Wonnelust.
Du bist die Sonne, die nicht untergeht; Du bist der Mond, der stets am Himmel steht; Du bist der Stern, der, wenn die andern dunkeln, Noch überstrahlt den Tag mit seinem Funkeln; Du bist das sonnenlose Morgenrot; Ein heitrer Tag, den keine Nacht bedroht; Der Freud und Hoffnung Widerschein auf Erden - Das bist du mir, was kannst du mehr noch werden?