SPRÜCHEVERSUM

Anna Ritter.

4 Sprüche
Anna RitterNº 001

Weißer Flöckchen Schwebefall, Stille Klarheit überall, Glockenklang und Schellenklingen, Mäulchen, die vom Christkind singen, Flammen, die von grünen Zweigen Gläubig, strahlend aufwärts steigen, Und im tiefsten Herzen drinnen Ein Erinnern, ein Besinnen …

Mittel · Herzlich
Anna RitterNº 002

Weißer Flöckchen Schwebefall, Stille Klarheit überall, Glockenklang und Schellenklingen, Mäulchen, die vom Christkind singen, Flammen, die von grünen Zweigen Gläubig, strahlend aufwärts steigen, Und im tiefsten Herzen drinnen Ein Erinnern, ein Besinnen ... Neige dich, mein Herz, und bete, Daß das Christkind zu dir trete, Auch in deiner Schwachheit Gründen Eine Flamme zu entzünden, Die das Ringen deiner Tage Gläubig strahlend aufwärts trage.

Lang · Feierlich
Anna RitterNº 003

Wo die Zweige am dichtesten hangen, die Wege am tiefsten verschneit, da ist um die Dämmerzeit im Walde das Christkind gegangen. Es mußte sich wacker plagen, denn einen riesigen Sack hat's meilenweit huckepack auf den schmächtigen Schultern getragen. Zwei spielende Häschen saßen geduckt am schneeigen Rain. Die traf solch blendender Schein, daß sie das Spielen vergaßen. Doch das Eichhorn hob schnuppernd die Ohren und suchte die halbe Nacht, ob das Christkind von all seiner Pracht nicht ein einziges Nüßchen verloren.

Lang · Heiter
Anna RitterNº 004

Seit Jahren hat’s nicht so geschneit! Das rieselt, rinnt und häuft sich an, dass man im Lande weit und breit nicht Weg noch Steg erkennen kann. Die Stadt sieht wie ein Märchen aus. hat jedes Häuschen, jedes Haus ein Mützchen auf aus weißem Schnee, das blitzt und blinkt im Sonnenschein, als wär’s von lauter Edelstein. Und drinnen gibt’s verschlossne Türen! Ein Zimmer, das das ganze Jahr genau wie andre Zimmer war, bekommt ein feierlich Gesicht. Oft ist’s zur Dämmerung, als glitten verstohlne Schritte hin und her, man sieht ein heimlich huschend Licht, als ob das Christkind drinnen war’! Verschwiegene Päckchen kommen an, die rascheln gar so wunderlich, wenn kleine Finger daran rühren … doch Mutter wehrt auf alle Bitten. »Nicht fragen, ‘s ist vom Weihnachtsmann!« Ein unbestimmter Kuchenduft liegt wunderlieblich in der Luft. Die Kinder schnuppern leis herum und schaun sich an und lachen stumm, und drücken sich am Schlüsselloch die Nasen platt … O selge Zeit, wenn Liebe sich im Stillen müht und nicht genug zu tuen weiß, wenn mitten unter Schnee und Eis die Blume des Erbarmens blüht, wenn jubelnd sich die Glocken schwingen und jedem, der es hören will, die süße Weihnachtsbotschaft bringen. »Das Christkind kommt, seid froh und still!«

Lang · Herzlich