Nach dem Abschied In meinen Ohren klingt noch immer Der leise Ton der lieben Worte; Der klaren Augen stiller Schimmer Umstrahlt noch die bekannten Orte, Den festen Druck der treuen Hände – Ich fühl' ihn noch – die alten Wände Umfassen Dich mit ihrem Rahmen, Und unwillkührlich ruf ich Deinen Namen! – Und wie Du ganz noch hier geblieben In meinem Sinn, in meinem Lieben, Kann ich die Wahrheit noch nicht fassen: Hast Du denn wirklich mich verlassen?
Adele Schopenhauer.
Weihnachten wird es für die Welt! Mir aber – ist mein Lenz bestellt, mir ging in solcher Jahresnacht einst leuchtend auf der Liebe Pracht! Und an der Kindheit Weihnachtsbaum stand Englein gleich der erste Traum! Und aus dem eiskrystall’nen Schoß rang sich die erste Blüte los – seitdem schau’ ich nun jedes Jahr nicht was noch ist – nur was einst war!
In deiner Seele klarem Leben Da ruht mein wahres Glück allein, Die Ferne kann mir Freude geben, Mit Dir nur kann ich selig sein. In Deines Geistes raschen Flügen Trägt leicht das schwere Leben sich – Das Andre kann mir wohl genügen – Du nur allein befriedigst mich! Aus Deiner Liebe tiefen Quellen Strömt eine Kraft, die mich erhebt, Auf deren lichtumsäumten Wellen Mein Lebensschiff vorüberschwebt !