Ich soll ihn lassen Und kann's nicht fassen; Und du, mein Herz, Du darfst es wagen, Noch fort zu schlagen Bei solchem Schmerz?
Abschiedssprüche.
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Kein Abschied auf der Welt fällt schwerer als der Abschied von der Macht.
Und willst du von mir scheiden, Mein herzgeliebter Knab', Soll alles dich begleiten, Was ich von Freuden hab'. Mir bleibt, wenn du geschieden, Mein traurig Herz allein; Fahr' hin, mein Lieb, in Frieden! Mein Engel hüte dein! Ihm ward zur Hut gegeben Mein Glück und meine Ruh'; Ach, Glück und Ruh' und Leben, Herzlieb, das bist ja du! Und bist mir du geschieden, Flieht auch der Engel mein; Fahr' hin, mein Lieb, in Frieden! Mein Engel hüte dein! O daß er dir verschwiege, Was dich betrüben mag, Wie ich verlassen liege In Sehnsucht Nacht und Tag! Mein Bild soll mit dir gehen Im alten Freudenschein; Fahr' hin, auf Wiedersehen! Mein Engel hüte dein!
Ein Abschied, der auf einen nassen Boden fällt, bringt keine Früchte.
So leb' denn wohl, du stilles Haus! Ich zieh' betrübt von dir hinaus. Ich zieh' betrübt und traurig fort, noch unbestimmt, an welchen Ort. So leb' denn wohl, du schönes Land. In dem ich hohe Freude fand; Du zogst mich groß, du pflegtest mein. Und nimmermehr vergeß' ich dein! So lebt denn all' ihr Lieben wohl, Von denen ich jetzt scheiden soll; Und find' ich draußen auch mein Glück, Denk' ich doch stets an euch zurück.
Ein Mann muß scheiden, eh' ins Auge ihm die Tränen treten.
Das alte Lied, das alte Leiden, Das jeden Menschen einst betrübt: Ade, ade, jetzt muß ich scheiden Von dir, die ich so sehr geliebt. Wer kann es sagen, kann es wissen, Ob er die Lieben wiedersieht; Ein letzter Gruß, ein letztes Küssen, Das alte Leid, das alte Lied. Nun reich' mir deine beiden Hände, Den letzten Kuß, leb wohl, ade! So laß mich los und mach' ein Ende – Wer weiß, ob ich dich wiederseh ...
Abschied, Abschied, böse Stunde! Wer hat dich zuerst ersonnen?
10. Ade, ade! Ich ziehe von dir fort, kenn nicht das Ziel, kenn weder Zeit noch Ort. Das Auge weint; es tut das Herz mir weh, doch zag ich nicht. Ade, ade, ade! Ade, ade! Ich ziehe von dir fort und nehm den Glauben mit als meinen Hort. Er kündet mir, indem ich von dir geh, ein Wiedersehn. Ade, ade, ade! Ade, ade! Ich ziehe von dir fort und sage dir ein liebes, schönes Wort: Wenn ich auch nicht an deiner Seite steh, es schützt dich Gott. Ade, ade, ade!
In dem Abschied, vom Besitz genommen, erhältst du dir das einzig Deine: dich.
Leb’ wohl, leb’ wohl! kurz ist das Wort, Der Inhalt aber tief – Lang tönt es noch im Herzen fort, Nachdem der Mund es rief. Auf Wiederseh’n! melodisch Wort, Voll Trug und Süßigkeit, Du ruhst als tief verhüllter Hort Im Schooß der Ewigkeit.
Vergiß mein nicht! du treues Herz, Bleib treu mir in der Ferne, Ohn' dich ist alle Freude Schmerz, Ohn' dich sind dunkel die Sterne.
Zum letztenmal betritt mein scheuer Fuß Den Ort der Liebe, den ich hassen muß. Vor diesem Abschied wehret sich mein Herz Und krümmt sich wimmernd im verwaisten Schmerz!
Nur den Abschied schnell genommen, Nicht gezaudert, nicht geklagt, Schneller als die Thränen kommen, Losgerissen, unverzagt. Aus den Armen losgewunden, Wie dir's in der Brust auch brennt, Was im Leben sich gefunden, Wird im Leben auch getrennt. Sollst du tragen, mußt du tragen, Trage nur mit festem Sinn, Deine Seufzer, deine Klagen Wehen in die Lüfte hin. Soll der Schmerz nicht dich bezwingen, So bezwinge du den Schmerz, Und verwelkte Blüthen schlingen Frisch sich um dein wundes Herz.
Aber ich glaube es wohl, daß ihm das Herz weh tut; denn lassen, was man liebt, ist nicht viel anders, als Abschied nehmen vom Leben.
Wenn zwei von einander scheiden, So geben sie sich die Händ’, Und fangen an zu weinen, Und seufzen ohne End’. Wir haben nicht geweinet, Wir seufzten nicht Weh und Ach! Die Thränen und die Seufzer, Die kamen hintennach.
Abschied, Trennung, Entfernung von einem geliebten Wesen, alle diese traurigen Ereignisse des menschlichen Lebens sind für uns eine Lehrzeit für den Tod.
Der Abschied ist genommen, Und Tücher wehen noch, Und keine Thränen kommen, O sagt, was ist es doch? Wir sparen unsre Thränen Auf fröhlich Wiedersehn, Die Freude, kann sie weinen, Ist noch einmal so schön!
Oh, du kehrst nimmer wieder, Niemals, niemals, niemals, niemals, niemals!
Du warst meine Weggenossin Zwei Jährlein oder drei, Dann kamen die Abschiedsstunden, Die schlugen uns schwere Wunden, Und Alles war vorbei. Kehr müd ich nun nach Hause Aus Arbeit, Schweiß und Dorn, Hör ich durch öde Hallen Dumpf meinen Schritt erschallen, Ingrimmig klirrt mein Sporn. Tat ich dir denn so Leides, Verließest du mein Schloß, Weil meiner Liebe Gedanken, Im Meer des Alltags versanken, Das trostlos uns umfloß? Und ruf ich deinen Namen, Der hohle Widerklang Gibt meinem bebenden Munde Von höhnender Leere Kunde Auf meinem Schattengang. Des Lebens Bäckerfäusten Entgeh ich nur mit dir. Pack schnell deine Kisten und Kasten, Keine Stunde darfst du rasten, Bis du wieder bei mir.
Drum mag uns nun unsern Weg ein Pfeiler scheiden, doch bedenke: Alles im Leben hat einen Grund. Wir werden uns schätzen und nie freiwillig meiden, auf das wir zusammen leben für immer und gesund.