Ein wiederholtes Abschiednehmen entkräftet das letzte.
Abschiedssprüche.
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Lebt wohl, ihre Berge, ihre geliebten Triften, Ihr traulich stillen Täler, lebet wohl!
Der Brief, den du geschrieben, er macht mich gar nicht bang; Du willst mich nicht mehr lieben, aber Dein Brief ist lang. Zwölf Seiten, eng und zierlich! Ein kleines Manuskript! Man schreibt nicht so ausführlich, wenn man den Abschied gibt.
Wenn du von einem scheidend ziehst, o scheide nicht in Haß und Groll! Wer weiß, ob den, so jetzt du siehst, dein Aug' je wiedersehen soll.
Beim Abschied liebender Menschen: Der eine klagt unter Tränen und sagt: "Du gehst nun fort, wie wird es mir da ergehen?" Ein anderer: "Du gehst nun fort, wie wird es dir da ergehen?"
Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm, Waren Kisten und Kasten so schwer. Als ich wiederkam, als ich wiederkam, war alles leer.
Wie hab ich das gefühlt, was Abschied heißt. Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnes grausames Etwas, das ein Schönverbundnes noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt. Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen, das, da es mich, mich rufend, gehen ließ, zurückblieb, so als wärens alle Frauen und dennoch klein und weiß und nichts als dies: Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen, ein leise Weiterwinkendes –, schon kaum erklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum, von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.
Der Abend graut; Herbstfeuer brennen. Über den Stoppeln geht der Rauch entzwei. Kaum ist der Weg noch zu erkennen. Bald kommt die Nacht; ich muß mich trennen. Ein Käfer surrt an meinem Ohr vorbei. Vorbei!
Wer gehen muß, wo gern er bliebe, Den trifft der Schmerz mit schwerem Hiebe; Doch auch des Schmerz ist nicht geringe, Wer bleiben muß, wo gern er ginge.
Mit einem heitern, einem nassen Aug'.
O, wenn du gehst, dann bin ich allein, Sieh doch zurück einmal, Ein letzter Blick sei nur noch mein, Ein letzter wärmender Strahl.
Ist es möglich? kann's geschehen? Liebe Seele, sag doch: nein! Jeder Schritt, den wir noch gehen, Soll ein Schritt zur Trennung sein? Hoffe nur, tu' ab dein Grämen, Lerne tiefern Sinn verstehn; Jeder Schritt zum Abschiednehmen Ist ein Schritt zum Wiedersehn!
Ein abgefallenes Blatt kehrt nicht zum Baum zurück.
Unvorbereitetes Wegeilen bringt unglückliche Wiederkehr.
Sonne warf den letzten Schein Müd im Niedersinken, Eine Wolke noch allein Schien ihr nachzuwinken. Lange sie wie sehnend hing, Ferne den Genossen. Als die Sonne unterging, War auch sie zerflossen.
Sei jedem Abschied voraus!
Der Wegreisende glaubt stets, weiter zu sein als der Dableibende.
Stets lächelt Willkomm', Lebewohl geht seufzend.
Ach Gott, wie weh tut Scheiden! Hat mir mein Herz verwundt. Ach, Scheiden, ach, ach! Wer hat doch das Scheiden erdacht. Das hat mein jung Herzelein So frühzeitig traurig gemacht. Morgen muß ich fort von hier Und muß Abschied nehmen.
Wenn die Schwalben heimwärts zieh'n, Wenn die Rosen nicht mehr blühn, Wenn der Nachtigall Gesang Mit der Nachtigall verklang; Fragt das Herz in bangem Schmerz: Ob ich Euch wohl wiederseh'? – Scheiden, ach Scheiden thut weh! – Wenn die Schwäne südwärts ziehn, Dorthin, wo Orangen blüh'n, Wenn das Abendroth versinkt, Durch die grünen Wipfel blinkt; Fragt das Herz in bangem Schmerz: Ob ich Euch auch wiederseh'? Scheiden, ach Scheiden thut weh! – Armes Herz, was klagest Du! Ach Du gehst auch einst zur Ruh! Was auf Erden, – muß vergeh'n; Gibt es dort ein Wiedersehn? Fragt das Herz im bangen Schmerz. – Thut auch hier das Scheiden weh: Glaub', daß ich Dich wiederseh.
Ein unfreundliches Willkommen läßt sich leicht vergessen, wenn einem ein guter Abschied bereitet wird.